Archiv für November 2008

Determinismus, Fatalismus, Humanismus und Glaube

Bereite gerade meine Predigt für den Jugendgottesdienst am Sonntag vor. Ausgangsverse sind Zefanja 1,12-13. Es soll darum gehen, wie uns der Glaube daran, dass Gott in dieser Welt rettend am Werk ist, motiviert, Mitarbeiter Gottes zu sein (1Kor 3,9). Dabei habe ich auf der Seite einer FeG in der Schweiz eine hilfreiche PowerPoint zu Römer 8,28-30 gefunden (http://www.feg-bubikon.ch/download/pdf/rom/rom20.pdf), die eine Tabelle enthielt, die ich für ausarbeitenswert hielt. here it is:

Determinismus (Gott passiv/Mensch passiv): Gott hat irgendwann bestimmte Gesetzmäßigkeiten festgelegt, nach denen alles ablaufen wird. Seitdem greift er nicht mehr aktiv handelnd in dein Leben ein. Der Mensch nimmt dieses (durch Gottes Gesetzmäßigkeiten festgelegte) Schicksal – in dem Wissen, dass er sie durch seine Willensentscheidungen nicht beeinflussen oder gar ändern kann – an, fügt sich ihnen und bleibt passiv.

Humanismus (Gott passiv/Mensch aktiv): Gott hat diese Welt geschaffen, aber dann dem Menschen die Fähigkeit und volle Verantwortung übertragen, sie zu verwalten (darüber zu regieren). Wenn der Mensch nichts tut, wird nichts getan. Das Schicksal liegt ganz in der Hand des einzelnen Menschen und der ganzen Menschheit.

Fatalismus (Gott aktiv/Mensch passiv): Ähnelt dem Determinismus darin, dass der Mensch sich einem göttlichen Schicksal fügt, nicht an die Kraft freier Willensentscheidungen glaubt und deswegen passiv bleibt. Unterschied: Der Glaube daran, dass Gott bis zum Ende aktiv in der Welt am Werk ist. Und weil Gott letztendlich alles tun wird, was er tun will, macht es keinen Unterschied, ob ein Mensch in diesem Werk Gottes in der Welt mitwirkt oder nicht.

Glaube (Gott aktiv/Mensch aktiv): Gott handelt aktiv in der Welt. Er hat bestimmte Gesetzmäßigkeiten festgelegt und hat auch einen definitiven Willen. Doch dieser Wille schließt das aktive Handeln des Menschen mit ein. Die Gesetzmäßigkeiten sind die Grundlage für die freien Entscheidungen des Menschen, der – sein eigenes Schicksal lenkend und das der Welt beeinflussend – den Willen Gottes erfüllt.

Gerade wer das Johannesevangelium liest, wird bemerken, dass Jesus genau diese Vorstellung von Glauben hatte (Johannes 4,34; 5,17; 5,36; 9,4; 17,4). Gott wirkt, ist aktiv, und deswegen wirke ich auch, bin auch ich aktiv.