Abgelehnt.

Ich bin wütend und enttäuscht: wir (die Calvary Chapel Siegen e. V.) wurden als Träger der freien Jugendhilfe abgelehnt. Ärgerlich an der Sache ist für mich vor Allem auch, dass die Abstimmung nicht öffentlich war. Das heißt, dass ich den genauen Grund nur raten kann. Die Fragen, die mir gestellt wurden drehten sich um die Rolle der Frau in der Gemeinde, Leitungsstruktur, Homosexualität und was wir konkret tun, um Jugendlichen zu helfen. Ich denke, dass es nicht viele Möglichkeiten für die Ablehnung gibt.

Einer der Ausschussmitglieder sagte mir hinterher auf dem Parkplatz: ‚Was ihnen das Genick gebrochen hat, waren die ideologischen Sachen.‘ Ihm tat das leid und er stimmte mit mir überein: ‚Das ist scheinheilig. Wenn man das konsequent anwenden würde, müsste man auch eine katholische Jugendgruppe ablehnen.‘ Eine Ablehnung auf dieser Grundlage ist nun wirklich keine politische, verantwortungsbewusste, sondern eine weltanschauliche Bauchgefühl-Entscheidung.

Eine andere Möglichkeit (oder einfach ein weiterer Faktor) wurde ebenfalls von einem Ausschussmitglied (dem die Ablehnung ebenfalls leid tat) genannt: der Skatepark. Weil wir es als Gemeinde nicht einsahen, zu warten, bis die Stadt etwas für die Jugendlichen auf die Beine stellt (was ich nach meinem kleinen Einblick in die politischen Abläufe sehr gut verstehen kann), gibt es Ärger und Missmut uns gegenüber. Ich frage mich, wieviele Skater-Generationen dieser Ausschuss verpasst…

Und die dritte Möglichkeit ist ganz einfach, dass man mir nicht geglaubt hat. Bei der Jugendhilfe geht es eben darum, Jugendlichen zu helfen. Hier ein Auszug aus meinem Eingangsstatement:

Wir glauben an das Evangelium von Jesus Christus. Und wir glauben, dass ein geglaubtes Evangelium den ganzen Menschen zum Guten verändert. Der geliebte Mensch wird durch diese Botschaft zur aktiven Nächstenliebe befähigt. Er lernt, die Probleme seiner Mitmenschen nicht nur wahrzunehmen, sondern aktiv an der Lösung mitzuarbeiten. Teenager werden zu einem reifen, eigenverantwortlichen Lebensstil und weisen Entscheidungen ermutigt.  Wir glauben, dass dadurch Jugendlichen ganzheitlich weitergeholfen werden kann.

Scheinbar glaubt man nicht wirklich an unsere Absichten. …und eigentlich sind es nicht bloße Absichten – diese ganzheitliche Hilfe leben wir konkret Woche für Woche, seit Jahren. Ich könnte mir denken (auch hier wieder bestätigt von einem der Ausschussmitglieder), dass mir das nicht abgenommen wurde. Man denkt wohl, wir hätten nur religiöse/geistliche Ziele. Als ob man das vom Rest des Lebens trennen könnte.

Ich bin gespannt, ob noch etwas anderes aus dieser Geschichte erwächst, bzw. was der WDR berichten wird. Die waren nämlich heute an der Gemeinde und haben Außenaufnahmen gemacht…

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    • Kerstin
    • 2. Dezember 2009

    Gott ist unser Anwalt und Richter…
    Er weiss alles und er wendet alles zum Guten!

    Ich versteh dich Tobi total aber ich zitiere hier mal meinen Lieblingsspruch den Gott mir ganz oft immer gegeben hat in letzter Zeit
    *God knows what He is doing – He is in control*

    • „*God knows what He is doing – He is in control*“
      Dann scheint Gott auf Haiti am 12. Januar um 16.53 Uhr Ortszeit kurz eingenickt zu sein?
      Oder möchte der Allmächtige mal wieder ein hübsches Auto-da-fé wie in Lissabon nach dem Erdbeben vom 1. November 1755?

      • Gott hat es nicht nötig, sich zu beweisen. Es gibt einen zulassenden Willen Gottes, der objektiv nicht immer erklärbar ist. Wie er dann subjektiv im Einzelfall gedeutet wird, ist eine andere Frage.

      • 1. Wenn Gott es nicht nötig hat sich zu beweisen – warum dann all die „Wunder“? (Von denen im AT, über das NT bis zu den blutenden Madonnen unserer Tage)
        2. Wenn Gottes Wille allein bestimmend ist (“Es fällt kein Spatz vom Dach ohne den Willen eures himmlischen Vaters” (Mt 10,29). ) gibt es keinen untergeordneten freien oder ‚zugelassenen‘ Willen – also trägt Gott allein und für alles die Verantwortung! (Wer ein Verbrechen oder einen Unfall zulässt, obwohl er/sie eingreifen könnte ist ein Verbrecher!)
        3. Der Wille Gottes ist nicht deutbar oder interpretierbar! Die Bibel selbst verbietet jede Interpretation – sowohl im AT als auch im NT; und zwar sowohl auf die ‚Heilige Schrift‘ als auch auf ‚den Willen des Herrn‘ bezogen.
        Damit sind wir wieder bei Punkt 2 und den Spatzen. Ergo: Deus lo vult.

        Die Antwort auf das ‚Theodizeeproblem‘ ist recht einfach: Entweder existiert Gott nicht, oder er ist nicht ‚gütig‘.
        Den ersten Fall braucht man nicht zu erörtern, im Falle, dass die zweite Annahme zutrifft, möchte ich (wie wohl jedes halbwegs vernunftbegabte Wesen auf diesem Planeten) nichts mit diesem Gott zu tun haben.
        http://blasphemieblog.wordpress.com/2010/01/15/wie-konnte-gott-das-zulassen-nach-katastrophen-werden-zweifel-an-der-existenz-gottes-laut/#comment-5904

    • Christoph
    • 2. Dezember 2009
  1. Wenn so etwas Schule macht, kommen wir in Teufels Küche. Es gibt so etwas wie eine christliche Sexualmoral, und die muß ausgesprochen werden dürfen, oder die Religionsfreiheit ist beschnitten. Im übrigen ist die Bewertung sexueller Lebensstile an sich in einer freien Gesellschaft kein No-go.

  1. 4. Dezember 2009

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