Expelled

Gestern Abend habe ich mir Ben Stein’s Doku „Expelled – no intelligence allowed“ angesehen. Der jüdische Comedian zeichnet durch diesen Film ein beunruhigendes Bild: „Lehrer und Wissenschaftler werden verspottet, nicht angestellt oder sogar gefeuert – nur weil sie glauben, dass es einen Beweis für ‚Design‘ in der Natur geben könnte.“ (Text DVD Hülle) Laut seinen Recherchen wird Gottesglaube kategorisch als Möglichkeit einer wissenschaftlichen Erklärung nicht nur abgelehnt, sondern diskriminiert.

Natürlich wurde der Film von Kritikern ganz schön zerlegt. Tatsächlich gab man sich die Mühe, auf einer Webseite nicht nur eine Gegendarstellung, sondern eine Gegenaktion zu schaffen. Der ganze Film wird als schlecht verpackte, schlecht recherchierte Intelligent Design Propaganda abgetan. Natürlich ist der Film einseitig. Natürlich wird ein bestimmtes Bild geschaffen, um die Botschaft zu transportieren, die rübergebracht werden soll. Aber regen wir uns nicht immer nur dann über einseitige Berichterstattung auf, wenn sie sich irgendwie gegen uns richtet, bzw. unseren Standpunkt schwach darstellt? Und so heulen wir abwechselnd über die Ungerechtigkeit der Medien. Richtiger wäre es für uns als Christen, wenn wir ‚mit den Trauernden trauern‘ und uns generell gegen Einseitigkeit und Verallgemeinerungen in den Medien aussprechen.

Über die wissenschaftliche Seite kann ich nichts sagen. Auch nicht über die tatsächliche Situation im Academia der Vereinigten Staaten. Von der Bibel her würde ich sagen, dass Gott den Glauben an ihn bewusst nicht zu einer Frage der Intelligenz gemacht hat. Sonst wären alle dummen Leute Atheisten und alle schlauen Leute gläubig. Außerdem widerspricht es dem Evangeliumsgedanken, dass es nichts in uns gibt, was eine Erleuchtung wahrscheinlicher machen, und uns damit dem Himmel näher bringen könnte.

Doch nochmal zum Inhalt:

Selbst wenn der ID-Glaube momentan noch (in der akademischen Welt) eine Minderheitenmeinung ist, rechtfertigt das nicht den Rauswurf von Wissenschaftlern oder den Ausschluss aus Lehranstalten. In Zeiten der political correctness sollte man besonders darauf achten, dass Minderheiten nicht diskriminiert werden. Dass in den Kritiken und Kommentaren zu dem Film nicht klar gegen diese skandalösen Rauswürfe Stellung bezogen wird, beunruhigt mich sehr und ist auch nicht zu entschuldigen. Selbst wenn es nur eine Handvoll solcher Fälle gibt: wehret den Anfängen!

Zum Verhältnis zwischen Darwin und Hitler: auch hier halte ich beide Extreme für falsch. Auf der einen Seite kann man Hitlers Rassenwahnsinn nicht einfach auf den Darwinismus schieben und diesen als Hauptursache darstellen. Aber gleichzeitig muss es erlaubt sein, die möglichen Gefahren im Ge- oder Missbrauch (und das ist der eigentliche Streitpunkt) der darwinistischen Lehre aufzeigen zu dürfen. Halten gläubige Menschen in der westlichen Welt das nicht fast täglich aus? Religion an sich muss andauernd als Sündenbock herhalten – richtig, Herr Dawkins?

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  1. Übrigens: interessant in diesem Zusammenhang finde ich die Arbeit der BioLogos Foundation (biologos.org). Sie beschäftigt sich mit der Frage, was Glaube und Wissenschaft sich zu sagen haben. Kleine Empfehlung: dieser Artikel: http://biologos.org/questions/early-interpretations-of-genesis/

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