Archiv für Dezember 2009

Wichtiges Statement

Sehr wichtig und weise von der Evangelischen Allianz, sich in diese Richtung durch ein Statement zu äußern. Link zu einem zusammenfassenden Bericht, entnommen aus dem pro-Medienmagazin.

Unser Platz in der Gesellschaft

Immer noch beschäftigt mit der konstruktiven Aufarbeitung der Geschehnisse der letzten Wochen (siehe Posts ‚Eine Frage der Ideologie‘ und ‚Abgelehnt.‘) gibt es jetzt hier das Predigtskript der Jugendgottesdienste heute Morgen.

Am Donnerstag hatte ich ein einstündiges Treffen mit dem Herrn Mörbitz von der SPD. Ihr erinnert euch an die Sache mit dem WDR-Beitrag, in dem wir wie eine fundamentalistische Sekte dargestellt werden. Natürlich gibt es immer auch berechtigte Kritik. Aber oft werden wir auch von weltlichen Leuten missverstanden, weil sie uns nicht einordnen können.

Für sie gibt es nur zwei Kategorien:

  1. Auf der einen Seite gibt es Leute wie sie selbst, die sich auf das Hier und Jetzt beschränken, die nur das glauben, was sie sehen. Nach ihrer Selbsteinschätzung sind sie sehr offen, vernunftbasiert, und behandeln alle Menschen gleich (sind in der Hinsicht sehr moralistisch). Sie halten sich selbst für nicht religiös und sehen das als überlegen an.
  2. Und dann gibt es für sie noch die religiösen Menschen, also Leute wie uns. Für sie sind wir engstirnig, auf eine bestimmte Sichtweise festgefahren, und haben uns für Glauben anstatt für Verstand entschieden. Außerdem, und das ist in unserer Situation das wirkliche Problem, halten sich religiöse Menschen für was Besseres. Sie finden sich selber gerecht und heilig, während sie auf die schmutzigen Sünder herabschauen und diese ablehnen und diskriminieren.

Das ist das Weltbild von vielen Leuten wie Herrn Mörbitz. Doch diese Denkweise wirft drei Probleme auf:

  1. Das Überlegenheitsdenken der Säkularisten gegenüber den Religiösen und ihre angebliche Gleichbehandlung aller Menschen passen nicht wirklich zusammen. Anders gesagt: sie wollen tolerant sein und niemanden diskriminieren – aber oft begegnen sie den religiösen Menschen mit viel Intoleranz oder sogar überheblicher Verachtung. (Das könnte einer der Gründe für unsere Ablehnung im Jugendhilfeausschuss gewesen sein.) Dieses Problem ist ein Problem der Heuchelei: sie haben einen Balken im Auge, wollen bei uns aber den Splitter rausziehen. Jesus verurteilt Heuchelei.
  2. Die Unterteilung in religiös und nicht religiös ist bei näherer Betrachtung unsinnig. Denn alle Menschen – der Mensch an sich – ist hoffnungslos religiös. Jeder Mensch hat einen Gott, auf den er seine Hoffnungen setzt, von dem er alles Gute erwartet. Jeder Mensch betet an, indem er bereit ist, sich vor irgendetwas/irgendjemandem zu beugen und Opfer zu bringen, um etwas zu bekommen. Jeder Mensch hat eine Art Idealzustand (Paradies), an den er glaubt. Für jeden Menschen gibt es eine Botschaft, über die er sich definiert, und die er für verbreitungswürdig hält. Der säkulare Mensch würde sein Leben zwar nicht mit religiösen Begriffen und Konzepten beschreiben, aber vom Inhalt her muss er zustimmen. Die Frage ist nicht: Religiös oder Säkular?, sondern einfach nur Welcher Gott?
  3. Wenn wir als Christen wirklich so leben, wie wir es sollten, passen wir in keine der beiden Schubladen. Im Gegenteil! Wenn du dir das Leben von Jesus anschaust, wirst du sehen, dass seine schärfste Kritik und seine härtesten Urteile nicht den ’schmutzigen Sündern‘ galt, sondern gerade den ‚Frommen‘ seiner Zeit – den Pharisäern.

Auf die traf, laut den Evangelien, alles Negative zu, was man über religiöse Menschen sagen kann:

  1. Sie hatten eine rückwärtsgewandte Weltanschauung. Für sie ging es darum, einen geistlichen Zustand aus der Vergangenheit wiederherzustellen. ‚Früher war alles besser!‘ war ihre Devise. ‚Oh, was ist die Welt so böse geworden…alles wird immer schlimmer!‘ (Fairerweise muss man an diesem Punkt allerdings sagen, dass die sogenannten nicht religiösen Menschen oft einfach auf der anderen Seite vom Pferd fallen. Für sie war früher alles schlechter, und modern ist immer = ‚gut‘. Die Wahrheit liegt wie so oft irgendwo in der Mitte.)
  2. Sie waren selbstgerechte Heuchler. In ihren eigenen Augen waren sie besser als andere Menschen. Diese Überheblichkeit ist ja schon schlimm genug, aber bei ihnen war sie noch nicht mal gerechtfertigt. Denn während sie bei Anderen mahnend den Finger hoben, machten sie den aber selbst nicht krumm.
  3. Sie zogen sich zurück und sonderten sich ab. Der Kontakt mit dem ungläubigen Umfeld beschränkte sich aufs Nötigste.
  4. Sie waren voller Verachtung und Hass. Bewusst grenzten sie bestimmte Leute aus. Die Zöllner, Huren und Sünder hatten ihrer Meinung nach in der Gesellschaft keinen Platz. Bewusst wurden sie, auch in der Öffentlichkeit, diskriminiert. Wie groß ihr Hass war, wird dadurch deutlich, dass sie Jesu ‚Beseitigung‘ planten und z. T. auch durchführten.
  5. Sie wollten Macht, Einfluss und Positionen. …aber nicht, um zu helfen und zu dienen, sondern für sich selbst. Hatten sie dann die Macht, mißbrauchten sie diese, um über Andere zu herrschen.

Verhalten wir uns so, fallen wir auch unter Jesu Urteil: „Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler!“

Aber was ist denn dann unsere Aufgabe in der Welt, unsere Rolle in der Gesellschaft? Ich würde vorschlagen, wir orientieren uns nicht an den Pharisäern, sondern an Jesus selbst.

  1. Jesus wusste: die Lösung liegt nicht in der Vergangenheit, noch in der Zukunft. Die Lösung liegt in dem, was Gott jetzt – in der Gegenwart – tun will. Die drei Prinzipien eines Christen: Glaube (ein sich Verlassen auf das, was Gott in der Vergangenheit getan hat), Hoffnung (eine Zuversicht, dass Gott ein bestimmtes, zukünftiges Ziel verfolgt und erreichen wird) und Liebe – unser Auftrag hier und jetzt.
  2. Jesus schaute nicht auf andere herab. Im Gegenteil, er erniedrigte sich so weit, um uns auf Augenhöhe zu begegnen. Er brachte uns bei, zu allen Menschen aufzuschauen, d. h. sie als Menschen zu respektieren und wertzuschätzen – und zwar gerade bei den Ausgestoßenen und ‚Sündern‘. Diese Annahme von Sündern hielten die religiösen Leute für falsch und nicht gottgefällig. Sie distanzierten sich von den Sündern. Jesus nannte zwar Sünde beim Namen, aber er tat dies im persönlichen Gespräch und in Liebe.
  3. Jesus wurde Mensch, kam zu uns. Er ging zu den Menschen hin. Er war ständig unterwegs, und suchte die Begegnung mit den Leuten. Er nahm sich genauso Zeit für die Seelsorge mit der Ehebrecherin wie für die Diskussion mit dem suchenden Theologen.
  4. Jesus war authentisch (echt). Für uns heißt das, dass wir nicht so viel mit dem Finger auf andere zeigen, sondern uns an der eigenen Nase fassen. Das Gericht muss anfangen im Haus Gottes. D. h., wir müssen mit uns selbst ins Gericht gehen, und offen zu unseren Fehlern stehen. Wir sind nicht diejenigen, die immer alles richtig machen!
  5. Jesus nahm die Menschen an. Er aß mit ihnen, sprach mit ihnen, lud sie in sein Leben ein. Auch wenn er manche Leute scharf zurecht wies – nie schlug einem Hass entgegen.
  6. Jesus diente. Er wählte nicht die Machtposition, sondern das Handtuch des füßewaschenden Sklaven.

Das ist, wie Jesus in die Welt kam, und das ist, wie wir uns im Umgang mit allen Menschen verhalten sollten: Liebend, demütig, das Gespräch suchend, authentisch, voller Annahme, dienend.

Aber das ist nicht nur unser persönliches Vorbild, sondern ist auch für uns als Jugendgruppe/Gemeinde unser Platz in der Gesellschaft.

Was heißt das alles jetzt für uns praktisch?

a) Wir müssen aufpassen, dass wir nicht auch die falsche Unterteilung (in religiöse und nicht religiös) machen. Das führt nur dazu, dass sich die Fronten verhärten. „Der Glaube an die Herrschaft Jesu über allen Lebensbereichen hält uns davon ab, das Leben in weltlich/öffentlich – privat/heilig bzw. in materiell/weltlich – geistlich/Gemeinde aufzuteilen.“ (Tim Keller)

b) Wir müssen uns fragen, wie wir unserer nichtchristlichen Umwelt Jesu Liebe praktisch zeigen können. Wenn Jesus alle Menschen angenommen und ihnen gedient hat, müssen wir überlegen, wie wir das auch umsetzen können. Wie können wir den Menschen in der Stadt dienen? Wie können wir speziell den Homosexuellen zeigen, dass wir sie lieben? (Anmerkung: viele Christen haben Skrupel: „Aber dann unterstützen wir ja deren sündhaften Lebensstil!“. Jesus hatte diese Skrupel offenbar nicht. Er diente den Menschenmassen, indem er alle heilte oder ernährte, die zu ihm kamen. Ein Großteil dieser Menschen ging dann wieder zurück in ihr sündhaftes Leben.)

Gedanken über Prädestination im Calvin-Jahr

Ich lese im Moment das erste Buch von Calvins Institutio. Die ersten 15 Kapitel gefielen mir eigentlich sehr gut. Das Meiste gehört in die Kategorie ‚basic christian doctrine‘. Dabei stellt er seinen Standpunkt (den biblischen Standpunkt) allerdings manchmal – für meinen Geschmack zu häufig – vor Allem durch Abgrenzung zu bestimmten ‚Irrlehrern‘ dar. Obwohl ich ihm inhaltlich (in den ersten 15 Kapiteln) oft zustimme, finde ich seine Argumentation manchmal enttäuschend. In einigen Fällen findet man mehr Polemik als hammerharte Herleitungen aus der Bibel. …aber vielleicht liegt das Alles auch an der Zeit, in der er das Werk verfasste.

Passend dazu, dass ich mich jetzt den letzten 3 Kapiteln dieses Buches widmen darf, hatte ich vor Kurzem ein gutes Gespräch über die Prädestinationslehre. Und jetzt dachte ich, dass ich einige Gedanken dazu mal – passend zum Calvin-Jahr – veröffentlichen könnte…

Wenn es keinen stört, würde ich die Prädestination mal auf ein verbraucherfreundliches ‚Die Lehre, dass Gott uns erwählt hat, bevor wir ihn erwählen konnten.‘ runterreduzieren. Weil Gott ja aktiv, lenkend, steuernd hinter absolut allem steht, was im Universum geschieht, und es dabei, so Calvins Standpunkt, keinen Zufall gibt, steht er auch aktiv, lenkend und steuernd hinter meiner Hinwendung zu ihm.

Seine Argumentation halte ich für relativ schwach. Er führt eigentlich hauptsächlich poetische Aussagen aus den Psalmen an, oder nimmt Beispiele von Gottes spezifischem Eingreifen für sein Volk. Dann fügt er aber hinzu, dass man eben nicht denken soll, dass es sich dabei nur um besondere Einzelfälle handelt. Darüber, wie regulierend Gott die Abläufe der Welt regiert gibt es in der Bibel meines Erachtens nach keine konkreten Angaben. Auch halte ich von Gott eingebaute Freiräume weder für einen Widerspruch seiner Regentschaft, noch schmälert es seine Ehre. (Dave Guzik’s Kommentar zu der Aussage, dass Gott nach dieser Lehre die meiste Ehre bekommt: „Says who?“)

Natürlich ist es eine klare Aussage der Bibel, dass Gott uns vor Grundlegung der Welt erwählt hat. Allerdings ergibt sich beim Nachdenken folgendes Problem: Durch dieses Statement versuche ich, den ewigen Gott (der außerhalb von Raum und Zeit ist, sich aber innerhalb von Raum und Zeit manifestiert) mit einem irdischen Maßstab zu messen. Ich mache Zeitangaben über die Ewigkeit. Prä-was? ist eine gute Frage, wenn man sie außerhalb des Raum/Zeit Kontinuums stellt. Es gibt kein Vorher, Nachher, Jetzt und Gleich in der Ewigkeit. Es gibt nur ein ewiges Jetzt, den ewigen Moment, weil Gott der ewig Seiende, der‘ Ich bin‘ ist. Von daher kann ich zwar versuchen, Gottes rettendes Handeln an menschlichen Maßstäben festzumachen, aber eigentlich liegt es in der Natur der Sache, dass ich dabei scheitern muss. Ich kann höchstens Aussagen darüber treffen, wie ich sein Handeln erlebe. Menschlich gesehen kann ich natürlich sagen, dass Gott sich zuerst für mich entschieden hat. Aber ich kann nicht sagen, dass sich Gott erst für mich entschieden und dann die Welt erschaffen hat – im Sinne eines zeitlichen Ablaufs. Wie aber kann man dann die biblischen Aussagen verstehen?

1. Man muss begreifen, dass alle irdischen Konzepte nur bis zu einem bestimmten Punkt die Wahrheit umreißen können. Irgendwann reichen menschliche Worte und der menschliche Verstand nicht mehr aus. Das gilt allgemein für die Ewigkeit, und damit auch für Gottes ewigen Ratschluss. Die falsche Frage ist: Wann hat Gott seinen ewigen Ratschluss geschlossen? Calvin zitiert selbst die Verse aus dem Römerbrief, in denen Paulus zu demselben Ergebnis kommt:

„O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn »wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen«? (Jesaja 40,13) Oder »wer hat ihm etwas zuvor gegeben, dass Gott es ihm vergelten müsste«? (Hiob 41,3). (Römer 11,33-35; LUT)

Aber dann macht er den großen Fehler, diese Frage zu beantworten, indem er (im Prinzip) sagt: ‚Wir. Wir als Gläubige haben durch Gottes Geist die Fähigkeit, diese Geheimnisse zu verstehen.‘ Nun, ich glaube nicht, dass es das war, worauf Paulus hinauswollte…!

„Es ist wahr: Gesetz und Evangelium enthalten Geheimnisse, die weit über unser Verstehen hinausgehen. Aber Gott erleutet das Herz der Seinen mit dem Geiste der Erkenntnis, um diese Geheiminisse zu fassen, die er in seinem Worte zu offenbaren für gut befunden hat; und darum ist hier kein Abgrund mehr, sondern ein Weg auf dem man sicher gehen kann…“ (Calvin)

Der ‚Abgrund‘ beginnt für Calvin erst an dem Punkt, wenn man fragt, warum Gott dann alles so lenkt, wie er es tut. Also von meinem Lesen der Bibel würde ich sagen, dass unser Verstand sich immer dann ausklinkt, wenn das Göttliche und Menschliche zusammenkommen. War Jesus Gott oder Mensch? Geschieht Heiligung durch Gottes Handeln oder durch menschliche Anstrengung? Und dann eben auch: Ist die Errettung Gottes oder Menschenwerk? Die Antworten sind immer ‚Ja‘. Wie? Da beginnt der Abgrund.

2. Die ‚Erwählung‘ ist nicht etwas, das Gott tut, sondern ein Ausdruck dessen, was/wer er ist. Paulus macht deutlich, dass Gott will, dass alle Menschen gerettet werden. Das liegt daran, dass er Errettung ist. Er bringt Errettung, er rettet, indem er sich selbst gibt, indem er selbst in unsere Leben kommt. Er ist die Errettung. Gottes Entscheidung für die Menschen ist sein ewiger Wille, dass alle Menschen gerettet werden. Es gab keinen ‚Zeitpunkt in der Ewigkeit‘ an dem er das nicht wollte. Weil er Liebe ist. Lieben ist nicht etwas, das Gott in manchen Fällen tut, in anderen nicht. „Gott ist Liebe.“ Diese ewige Liebe, die sich für alle Menschen entschieden hat (und auch nicht anders kann), ist in Jesus Christus zu uns gekommen. Weil er schon immer Liebe gewesen ist, gab es keine Entscheidung für die Einen oder gegen die Anderen. Der Ball liegt jetzt in unserem Spielfeld.

Was ich nicht nachvollziehen kann, sind die Diskussionen über einfache bzw. doppelte Prädestination. Die Idee, dass Gott sich für die Einen entscheiden kann, ohne sich letztendlich gegen alle Anderen entscheidet, ist für mich ein albernes Hirngespinst, dass Theologen sich ausgedacht haben, um Gott nicht allzu grausam da stehen zu lassen. George MacDonald soll geweint haben, als er zum ersten Mal die Lehre von der Prädestination hörte – so furchtbar war ihm diese Vorstellung. Jede Entscheidung für eine Sache ist eine Entscheidung gegen eine andere Sache bzw. Person. Tatsächlicher ist es sogar so, dass, je inniger meine Entscheidung für den Einen, desto heftiger und entschlossener meine Entscheidung gegen alle Anderen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Wahl eines Ehepartners. Mit meiner Entscheidung für Luci habe ich mich für immer gegen alle anderen Frauen entschieden. Und Luci ist als meine Frau dazu prädestiniert, die Vorzüge und Nachteile eines Zusammenlebens mit mir zu erleben… ABER: Sie hätte auch Nein sagen können. Dann wäre sie dazu prädestiniert gewesen, zu denen zu gehören, die nicht meine Ehefrauen sind. Dann hätte sie nie erlebt, wie es ist, meine Frau zu sein.

„Und er ging auf einen Berg und rief zu sich, welche er wollte, und die gingen hin zu ihm.“ (Markus 3,13; LUT) Später würde Jesus zu ihnen sagen: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit, wenn ihr den Vater bittet in meinem Namen, er’s euch gebe.“ (Johannes 15,16; LUT) Die Jünger hatten sich nicht einfach irgendeinen Rabbi ausgesucht, wie es vielleicht sonst üblich gewesen war. Jesus war zu ihnen gekommen und hatte sie in die Nachfolge berufen. Dass diese Erwählung ’nur‘ ein Privilieg, eine Bestimmung ist, sieht man an der Tatsache, dass Judas mit von der Partie war. Auch zu ihm sprach Jesus diese Worte. Auch er war zu einem spezifischen Ziel erwählt worden. „Jesus antwortete ihnen: Habe ich nicht euch Zwölf erwählt? Und einer von euch ist ein Teufel. Er redete aber von Judas, dem Sohn des Simon Iskariot. Der verriet ihn hernach und war einer der Zwölf.“ (Johannes 6,70-71; LUT) Das sehe ich als einen Schlüssel für all die Stellen, an denen davon die Rede ist, dass eine Personengruppe von Gott für einen bestimmten Zweck erwählt worden ist.

Wenn im NT von Erwählung die Rede ist, geht es eigentlich immer um die Berufung der Gemeinde als Ganzes. Die Gemeinde besteht allerdings nicht nur aus Leuten, die wirklich zur unsichtbaren Gemeinde Jesu gehören! Trotzdem sind alle dazu aufgerufen „ihre Berufung und Erwählung festzumachen“. Ansonsten geht es darum, dass bestimmte Leute einen bestimmten Dienst von Gott bekommen. Deswegen glaube ich, dass es bei der Berufung um eine Bestimmung geht, die in Gott festgelegt ist. Ich bin z. B. als Ehemann dazu berufen, meine Frau zu lieben. Das heißt aber nicht notwendigerweise, dass ich es automatisch muss, will oder werde.

In Calvins Institutio geht es in Buch 1, Kapitel 17, mit praktischen Anwendungen dieser Lehre weiter. Um es kurz zu machen: man muss Gottes Handeln und Herrschen nicht in dem Maße als Regulieren verstehen wie Calvin es tut, um die Anwendungen ziehen zu können. Auch wenn Calvin das nicht nur behauptet, sondern auch noch alle, die seine extreme Sichtweise ablehnen, aufs übelste beschimpft (Ich bin ein kläffender Hund und speie gegen den Himmel…). Polemisch tut er so, als gäbe es nur seine Sichtweise oder den Deismus a la Leibniz. Und seine Sichtweise ist natürlich die klare, reine Lehre der Bibel… Polemik hin oder her – so zu tun, als gäbe es nur diese zwei Extreme ist schlichtweg falsch. Deswegen stört mich diese Argumentation.

Kapitel 18 finde ich ebenso irritierend (und: Nein, das liegt nicht daran, dass ich gottlos bin, oder die wunderbare Weisheit Gottes nicht verstehe.). Die Überschrift des ersten Teils fasst die Grundaussage ganz gut zusammen: ‚Gott bedient sich auch der Taten der Gottlosen und lenkt ihre Gedanken, um seine Gerichte zu vollstrecken; aber er selbst bleibt dabei von jeglichem Vorwurf frei.‘ Seine Ansicht geht dabei weit darüber hinaus, dass Gott dem Bösen Freiraum gewährt (in dem es tun kann, was es selbst will) um es aber für sich arbeiten zu lassen. Letztendlich kommen auch die bösen Gedanken und Absichten von Gott – er verursacht ja alles – aber trotzdem behält er eine reine Weste. Wie das sein kann? Meiner Meinung nach bleibt Calvin diese Antwort schuldig. Er nimmt sogar das Beispiel Hiobs, in dem es keineswegs aus der Geschichte hervorgeht, dass Gott den Teufel ’schickt‘ oder ‚inspiriert‘. Im Gegenteil: der Teufel kommt mit seinen eigenen bösen Absichten vor Gott, und Gott lässt ihn gewähren. Der Teufel tut, was er will, er bekommt (bis zu einem gewissen Punkt) freie Hand. Gott steckt die Grenzen des freien Willens klar ab. Er lässt den Teufel für sich arbeiten. Dazu muss er ihm nur Freiraum geben. Der Grund, warum Calvin Gott in dieser Geschichte doch das aktive Verursachen in die Schuhe schiebt, ist Hiobs Aussage: „Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen…“. Diese beschreibt doch ganz klar einfach nur Hiobs Perspektive: egal, was Gott in meinem Leben tut (und sei es, indem er etwas geschehen lässt), er steht über allem und arbeitet auf ein bestimmtes Ziel zu. Dazu muss er nicht aktiv hinter dem Teufel stehen und ihn schicken. Auch wenn das aus menschlicher Perspektive keinen großen Unterschied macht… Ich mag den Vergleich zwischen dem Teufel und einem bösartigen Hund an einer Kette. Der gute Hundebesitzer kann dem bösen Hund ein bisschen Freiraum geben, um es zum Guten einzusetzen.

So, das reicht erstmal…

Sind wir eine Sekte?

Hier der Vortrag vom letzten Sonntag (Jugendgottesdienste):

Was ist eine Sekte?

Wenn man jemanden als Sekte oder sektenähnliche Gemeinschaft bezeichnet, ist es natürlich wichtig, dass man den Begriff überhaupt erst versteht. Auf die Frage ‚Was ist eine Sekte?‘ gibt es zwar nicht eine große, aber viele kleine Antworten. Dabei habe ich aufgeteilt in die Technische, die Theologische und die Soziopsychologische Antwort.

Technische Antwort (Wortbedeutung):

Ursprünglich war das Wort ‚Sekte‘ wertneutral (erklären), und hieß nichts anderes als ‚Abspaltung/Splittergruppe‘, eine „von großen Relionsgemeinschaften abgelöste kleine Glaubensgemeinschaft“ (wiktionary).

In der Bibel werden sowohl die Pharisäer (Apostelgeschichte 15,5), als auch die christliche Gemeinde als jüdische Sekten bezeichnet.

„Ich gebe allerdings zu, dass ich dem neuen Glauben folge, den sie als Sekte bezeichnen.“ (Apostelgeschichte 24,14a; NLÜ)

In diesem Sinne sind wir sogar mindestens eine fünffache Sekte: das Christentum hat sich vom Judentum abgespalten, die Katholische Kirche und die Orthodoxe Kirche, die Evangelische Kirche von der Katholischen Kirche, und die Freikirchen von der Evangelischen Kirche, und die unabhängigen Freikirchen von den etablierten Freikirchen.

Weil aber der Begriff ‚Sekte‘ inzwischen immer eine negative Bedeutung hat, wird er in der Wissenschaft nicht mehr so verwendet:

„Die moderne Religionswissenschaft hat das Wort Sekte durch neutrale Bezeichnungen wie religiöse Sondergemeinschaft oder neureligiöse Gemeinschaft ersetzt.“ (wikipedia.de)

Wenn mich jemand fragt, ob wir eine Sekte sind, ist eine meiner ersten Antworten immer: „Wir sind eine Freikirche.“ Wie die Leute das dann einordnen, ist immer noch eine andere Frage.

Theologische Antwort:

Theologisch gesehen ist – aus christlicher Sicht – jede Gruppe eine Sekte, welche sich nicht völlig hinter die Kernaussagen der Bibel stellen kann, welche eine christliche Kirche ausmachen:


  • Glaube an den dreieinigen Gott (Gottheit Jesu und des Heiligen Geistes als Person)
  • Glaube an die Herrschaft Jesu (Jesus ist unser einziger Meister, Lehrer, Anführer und Herr)
  • Glaube an das Evangelium (Gott hat die Menschen durch Christus mit sich versöhnt. In ihm ist uns vergeben, wir sind angenommen und geliebt. All das geschieht völlig unverdient, und wird von demjenigen erfahren, der an ihn glaubt.)
  • Glaube an die Bibel als Gottes Wort. Zitat von der Webseite der EKD: „Für alle christlichen Kirchen ist die Bibel, die Heilige Schrift Alten und Neuen Testaments, Grund und Quelle ihres Glaubens und ihrer Verkündigung. Sie ist der gemeinsame Bezugspunkt und das Kriterium der christlichen Lehre und darum auch gemeinsamer ökumenischer Besitz aller Kirchen.“

Zusammenfassend gesagt: es dreht sich alles um Jesus! Jesus ist Gott, Jesus ist Herr, Jesus ist Retter und es ist die Bibel allein, die uns Jesus auf diese Weise präsentiert. Gruppen, die diese Glaubenssätze leugnen, sind aus christlicher Sicht eine Sekte (z. B. Zeugen Jehovas oder Mormonen).

Soziopsychologische Antworten:

Kompliziertes Wort, ich weiß…diese Antworten auf die Frage ‚Was ist eine Sekte?‘ haben damit zu tun, wie Menschen sich innerhalb einer Gruppe verhalten, erleben und beeinflussen. Ich möchte euch besonders bei diesen Punkten bitten, gut aufzupassen.

1.  Wahrheitsanspruch

Eine Sekte behauptet, die Wahrheit für sich gepachtet zu haben. Mit anderen Worten: ‚Wenn du die Wahrheit wissen willst, gibt es für dich nur eine Anlaufstelle. Nur unsere Erklärung der Bibel ist richtig und gültig. Was Christen aus anderen Kirchen oder Denominationen sagen ist unwichtig. Nur bei uns bekommst du die vollständige Wahrheit‘. Wenn du Teil von so einer Sekte bist, glaubst du nichts, was nicht von Leitern deiner Gruppe gesagt oder bestätigt wurde.

2. Heilsanspruch

Eine Sekte behauptet, dass man zu ihr gehören muss, um gerettet zu sein. Es gibt keine Hoffnung auf Erlösung außerhalb der eigenen Gruppe. ‚Wenn du nicht zu uns gehörst, bist du verloren. Wenn du aber Teil unserer Gemeinde bist, brauchst du dir um deine Errettung keine Sorgen zu machen‘.

3. Machtanspruch

Eine Sekte erhebt den Anspruch, über das Leben der einzelnen Mitglieder bestimmen zu dürfen. Die Mitglieder, welche oft auf der Suche nach Wahrheit und Erlösung sind, müssen sich in die strenge Hierarchie einfügen. D. h., du musst gehorchen, und dein Selbstbestimmungsrecht an die Leiter aufgeben. Für jede Entscheidung musst du zu einem Leiter rennen. Dadurch wirst du immer unselbständiger. Dein ganzes Leben wird von der Sekte bestimmt.

Die Frage, mit der wir uns hier beschäftigen lautet ja: ‚Sind wir eine Sekte?‘ Für viele von euch ist das gar keine Frage. Ihr findet die Idee schon absurd. Aber mir ist wichtig, dass ihr diese Frage wirklich selber beantwortet.

Ich versuche mich natürlich in die Leute außerhalb der evangelikalen Welt hineinzuversetzen. Und ich kann z. T. ganz gut nachvollziehen, dass wir in die Schublade gesteckt werden. Das kann daran liegen, dass Leute uns nicht mögen und deshalb finden, dass wir in die Kategorie ‚gefährliche Sekte‘ gehören. Oder sie haben einfach irgendwelche abgedrehten Geschichten gehört. Aber es gibt natürlich auch die Möglichkeit (vor allen Dingen bei einer Gemeinde dieser Größe), dass einzelne Leute Erfahrungen machen, die wirklich in dieses Bild passen. Deswegen tragen wir alle die Verantwortung, darauf aufzupassen, dass wir uns als einzelne Teile dieser Gemeinde an das halten, was wir als Leiterschaft an Grundsätzen weitergeben:

  1. Kein Zwang!

Niemand muss zu uns kommen. Es gibt viele andere Gemeinden und Kirchen in Siegen. Wir dürfen nicht versuchen, Leute dazu zu zwingen, zu uns zu kommen, noch sie zu zwingen, bei uns zu bleiben. Wir haben keine Mitgliedschaft. Jeder kann kommen und gehen, wann er will. Wir haben keinen Mitgliedsbeitrag. Jeder kann geben, was er will.

  1. Keine Gehirnwäsche!

Ich habe euch das schon häufiger gesagt, aber ich werde das immer wieder wiederholen müssen: Mein Wunsch und mein Ziel ist es nicht, dass ihr einfach alles glaubt, was ich sage. Glaubt erstmal nichts von dem, was ich sage. Lest selber nach, macht euch eure eigenen Gedanken. Natürlich sollte ein Christ eine andere Einstellung haben als ein Nichtchrist. Und dass es in einer christlichen Gemeinde/Kirche darum geht, diese Einstellung mehr und mehr zu bekommen ist der Grund für die Predigt. Aber wir betreiben keine Gehirnwäsche. Deswegen ermutigt euch gegenseitig, selber zu denken, und warnt euch gegenseitig davor, alles, was ich sage, als endgültige Wahrheit zu betrachten.

  1. Kein Psychoterror!

Dazu gehört, dass wir Leute auch gehen lassen. Ich kann ehrlich gesagt über diesen Punkt nur müde lächeln, weil wir nämlich eigentlich von ehemaligen Gemeindebesuchern und auch von Leuten, die noch kommen, dafür angeklagt werden, dass wir den Leuten nicht genug nachgehen. Aber es gibt hier natürlich auch einen gesunden Mittelweg. Wenn es mich gar nicht interessiert, wenn jemand wegbleibt, ist das natürlich schlecht. Aber der Person jetzt Angst zu machen und Druck auszuüben natürlich auch.

  1. Keine Abschottung!

Nach meiner Bekehrung hatte ich eine Phase, in der ich alle alten Verbindungen gekappt hatte. Das war in meinem Fall besser, genauso wie jeder Alkoholiker, der eine Therapie macht, sich nicht mehr mit seinen ehemaligen Saufkumpels treffen kann, wenn er dem Alkohol abschwören will. Die Aussagen des Neuen Testaments im Bezug auf dieses Thema kann man mit zwei Bahnschienen vergleichen: auf der einen Seite der Aufruf, sich in der Welt nicht schmutzig zu machen. Auf der anderen Seite der Aufruf, in alle Welt zu gehen und die Liebe Jesu an sie weiterzugeben. Wenn wir nicht ständig darauf achten, dass beides wichtig ist, geraten wir aus der Spur. Wenn du denkst, dass eine Freundschaft dir nicht gut tut, dann ist es natürlich in Ordnung, diese Freundschaft zu kündigen. Aber schotte dich nicht von der Außenwelt ab!

  1. Kein Verschwörungsdenken!

Bei diesem Punkt geht es darum, dass man die ganze Welt in Schwarz und Weiß, in Gut und Böse aufteilt. Alle anderen sind die Bösen und die haben sich gegen uns verschworen. Wir sind immer das Opfer. Christen, die so denken, zitieren dann Verse wie Johannes 15,18-19: „Wenn die Welt euch hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. Wenn ihr von der Welt wäret, würde die Welt das Ihre lieben; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt.“ Oder 2. Timotheus 3,12: „Alle aber auch, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden.“ Aber Vorsicht! denkt daran, was ich immer wieder sage: jeder ist immer Opfer und Täter. Warum hassen uns die Menschen? Wenn die Menschen uns hassen, weil sie z. B. denken, wir würden Homosexuelle diskriminieren, dann hassen sie nicht uns, sondern ihre falsche Vorstellung von uns. Und kann es nicht sein, dass sie eine falsche Vorstellung von uns haben, weil wir uns keine Mühe geben, unsere Standpunkte zu erklären? Außerdem zeigt sich in der westlichen Welt dieser Hass vor allen Dingen durch Gleichgültigkeit. Einem Großteil der Menschen wird es einfach egal sein, wer wir sind oder was wir glauben, solange wir jeden in Ruhe lassen.

  1. Kein magisches Denken!

Das bedeutet, dass man alles vergeistlicht. Jeder Mensch deutet das Leben irgendwie. Aber wir müssen aufpassen, dass wir damit nicht übertreiben.

„Magisches Denken bedeutet aber auch, allen Dingen und Ereignissen eine „tiefere“ oder „höhere“ Bedeutung zuzusprechen. Fährt einem z.B. morgens der Bus weg, „hat Gott das so eingerichtet“ oder es ist eine „Anfechtung vom Teufel“. Diese Art Interpretation von Umweltereignissen ist stark egozentrisch oder narzistisch geprägt. Alles was geschieht, hat mit der eigenen Person zu tun. Man ist wichtig und Gott lenkt alle Ereignisse um einen herum. Man selbst steht im Zentrum und alles was geschieht, soll einem etwas sagen.“ (http://home.snafu.de/mkrase/Was%20ist%20eine%20Sekte.htm)

Ihr merkt, dass jemand, der so abgeht, zwar versucht, geistlich zu sein. Aber eigentlich hat das nichts mit der Einstellung Jesu zu tun.

Abgelehnt.

Ich bin wütend und enttäuscht: wir (die Calvary Chapel Siegen e. V.) wurden als Träger der freien Jugendhilfe abgelehnt. Ärgerlich an der Sache ist für mich vor Allem auch, dass die Abstimmung nicht öffentlich war. Das heißt, dass ich den genauen Grund nur raten kann. Die Fragen, die mir gestellt wurden drehten sich um die Rolle der Frau in der Gemeinde, Leitungsstruktur, Homosexualität und was wir konkret tun, um Jugendlichen zu helfen. Ich denke, dass es nicht viele Möglichkeiten für die Ablehnung gibt.

Einer der Ausschussmitglieder sagte mir hinterher auf dem Parkplatz: ‚Was ihnen das Genick gebrochen hat, waren die ideologischen Sachen.‘ Ihm tat das leid und er stimmte mit mir überein: ‚Das ist scheinheilig. Wenn man das konsequent anwenden würde, müsste man auch eine katholische Jugendgruppe ablehnen.‘ Eine Ablehnung auf dieser Grundlage ist nun wirklich keine politische, verantwortungsbewusste, sondern eine weltanschauliche Bauchgefühl-Entscheidung.

Eine andere Möglichkeit (oder einfach ein weiterer Faktor) wurde ebenfalls von einem Ausschussmitglied (dem die Ablehnung ebenfalls leid tat) genannt: der Skatepark. Weil wir es als Gemeinde nicht einsahen, zu warten, bis die Stadt etwas für die Jugendlichen auf die Beine stellt (was ich nach meinem kleinen Einblick in die politischen Abläufe sehr gut verstehen kann), gibt es Ärger und Missmut uns gegenüber. Ich frage mich, wieviele Skater-Generationen dieser Ausschuss verpasst…

Und die dritte Möglichkeit ist ganz einfach, dass man mir nicht geglaubt hat. Bei der Jugendhilfe geht es eben darum, Jugendlichen zu helfen. Hier ein Auszug aus meinem Eingangsstatement:

Wir glauben an das Evangelium von Jesus Christus. Und wir glauben, dass ein geglaubtes Evangelium den ganzen Menschen zum Guten verändert. Der geliebte Mensch wird durch diese Botschaft zur aktiven Nächstenliebe befähigt. Er lernt, die Probleme seiner Mitmenschen nicht nur wahrzunehmen, sondern aktiv an der Lösung mitzuarbeiten. Teenager werden zu einem reifen, eigenverantwortlichen Lebensstil und weisen Entscheidungen ermutigt.  Wir glauben, dass dadurch Jugendlichen ganzheitlich weitergeholfen werden kann.

Scheinbar glaubt man nicht wirklich an unsere Absichten. …und eigentlich sind es nicht bloße Absichten – diese ganzheitliche Hilfe leben wir konkret Woche für Woche, seit Jahren. Ich könnte mir denken (auch hier wieder bestätigt von einem der Ausschussmitglieder), dass mir das nicht abgenommen wurde. Man denkt wohl, wir hätten nur religiöse/geistliche Ziele. Als ob man das vom Rest des Lebens trennen könnte.

Ich bin gespannt, ob noch etwas anderes aus dieser Geschichte erwächst, bzw. was der WDR berichten wird. Die waren nämlich heute an der Gemeinde und haben Außenaufnahmen gemacht…