Das hier hilft gegen Heuchelei.

Als sich unterdessen viele Tausende der Volksmenge versammelt hatten, so dass sie einander traten, fing er an, zuerst zu seinen Jüngern zu sagen: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei.“ (Lukas 12,1)

Jesus war es wichtig, dass seine Jünger im Umgang mit den Menschen authentisch waren. Heuchelei ist Schauspielerei. Jesus bezeichnet Heuchelei als Sauerteig, d. h., es bleibt nie einfach bei einem bisschen Heuchelei. Sobald man anfängt zu heucheln, durchdringt die Heuchelei nach und nach das ganze Leben. Sie wirkt sich auf unser ganzes Leben aus. Eine Lüge führt zur nächsten. Es fällt immer leichter, die mühsam errichtete Fassade aufrecht zu erhalten, anstatt sie einzureißen. Beim Heucheln gibt man vor, dass zu sein, was man (der eigenen Meinung nach) vor Gott sein sollte und vor Menschen sein möchte. Die große Gefahr entsteht, wenn andere Menschen etwas in uns sehen, was uns schmeichelt. Dann ist die Versuchung groß, dem Anderen die Illusion über mich zu lassen – so hat der Andere was zum Bestaunen, und ich fühle mich toll.

Es ist aber nichts verdeckt, was nicht aufgedeckt, und nichts verborgen, was nicht erkannt werden wird; deswegen wird alles, was ihr in der Finsternis gesprochen haben werdet, im Licht gehört werden, und was ihr ins Ohr gesprochen haben werdet in den Kammern, wird auf den Dächern ausgerufen werden.“ (2-3)

Jesus kündigt an, dass es dauerhaft sowieso nicht geheim bleiben kann, wer wir wirklich sind. Es wird den Tag des Lichts geben, an dem alles aufgedeckt werden wird. Das zu wissen, beunruhigt den Heuchler in mir. Es soll mich in meiner Schauspielerei unsicher machen und dazu bringen, die Fassade abzubauen. Das Schlimmste ist, wenn jemand vergessen hat, wer er wirklich ist, und sich völlig mit dieser selbstgemachten Fassade identifiziert. Wenn er seine eigenen Lügen glaubt. Jesu Warnung soll uns davor bewahren, indem er ankündigt, dass unsere Hochstapelei eines Tages auffliegen wird.

Müssen wir dazu warten, bis wir vor Gott stehen werden? Nein: „Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und durchdringend bis zur scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens; und kein Geschöpf ist vor ihm unsichtbar, sondern alles bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, mit dem wir es zu tun haben.“ (Hebräer 4,12-13) Gottes Licht scheint schon jetzt durch sein Wort in unser Leben! Er macht den schönen Schein kaputt, die Fassade zerfällt zu Staub, und wir fühlen uns ertappt, überführt, bloßgestellt. Er konfrontiert uns mit der harten, hässlichen Realität. Ich muss mich jetzt dem Wort Gottes aussetzen, mich mit meiner Nacktheit konfrontieren lassen, damit ich mich nach dem ‚Gewand seiner Gerechtigkeit‘ ausstrecke, das er mir mit ausgestreckter Hand entgegenhält. Seit dem Sündenfall können wir unsere Nacktheit nicht ertragen. Wir versuchen sie, mit unserer Heuchelei wie mit einem Feigenblatt notdürftig zu bedecken. Weil das nicht ausreicht, verstecken wir uns vor Gott. Durch sein Wort geht Gott uns nach, sucht er uns. Er ruft uns raus aus unserem Versteck hinter unserer Fassade, und bietet uns die reinen, weißen Leinentücher seiner Gerechtigkeit an.

Wie lässt sich der Sauerteig der Heuchelei aufhalten? Durch das Salz des Evangeliums. Gottes Botschaft, dass er allen Menschen diese Gerechtigkeit anbietet, bewirkt folgende Dinge in uns:

  1. Ich realisiere, dass die wichtigste Beziehung der Welt die zwischen mir und Gott ist. Gott sieht alles, er weiß alles über mich. Was denkt er über mich? Er gab sich selbst, um meine Nacktheit mit seiner Gerechtigkeit zu bedecken. Jetzt bin ich ‚angenommen in dem Geliebten‘ (Jesus). In Christus bin ich alles, was ich sein sollte und was ich sein will. Das ist seine rechtfertigende Liebe.
  2. Damit fällt das, was andere Menschen über mich denken, auf der Prioritätenliste auf Platz zwei. Und das bedeutet Freiheit! Ich muss nicht mehr leben, um Menschen zu gefallen. Ich kann Gottes Liebe mein Leben bestimmen lassen! Paulus schreibt „Suchte ich noch Menschen zu gefallen, so wäre ich Christi Knecht nicht.“ (Galater 1,10)

Das Evangelium von der annehmenden Liebe Gottes durch Jesus Christus stoppt die zersetzende Wirkung der Heuchelei in meinem Leben. Und ich bin frei.

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