Das hier hilft gegen Sorgen.

„Er aber sprach zu seinen Jüngern: Deshalb sage ich euch: Seid nicht besorgt für das Leben, was ihr essen, noch für den Leib, was ihr anziehen sollt!“ (Lukas 12,22)

Jesus spricht bei seinen Jüngern die Sorge um existenzielle Dinge an. Es geht nie darum, Gott für den Luxus zu vertrauen. Bei Nahrung und Kleidung geht es um das Überleben und die Würde des Menschen.

„Das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung.“ (23)

Damit meint er nicht, dass diese Dinge unwichtig wären. Ihm geht es darum, dass wir ihnen nicht durch Sorge den zentralen Platz in unserem Leben geben sollen. Unser Leben sollte sich um andere Dinge drehen können. Aber wie soll das möglich sein? Wir haben es doch mit tatsächlichen Bedürfnissen und Nöten zu tun! Jesus antwortet:

„Betrachtet die Raben, die nicht säen noch ernten, die weder Vorratskammer noch Scheune haben, und Gott ernährt sie. Wieviel seid ihr mehr als die Vögel!“ (24)

Gott ernährt die Vögel. Diese kindlich naive Einstellung ist eine Beleidigung für unser aufgeklärtes, selbständiges Denken. Aber Jesus wird uns gleich mit der Nase darauf stoßen, dass auch unsere Rationalität letztendlich hilflos vor den großen Problemen des Lebens steht. Die Logik hinter dieser Aussage Jesu ist folgende: Gott versorgt auch die Tiere – Ihr Menschen seid ihm wichtiger als die Tiere – Deswegen wird er euch erst recht versorgen. Im Unterschied zu den Tieren müssen wir Menschen uns allerdings entscheiden, ob wir Gott vertrauen wollen oder nicht. Tiere sorgen sich nicht. Bin ich bereit, mich auf diese kindliche Logik Jesu einzulassen und zu vertrauen? Denn auch wenn diese Logik naiv klingt – was ist die Alternative?

„Wer aber unter euch kann mit Sorgen seiner Lebenslänge eine Elle zusetzen? Wenn ihr nun auch das geringste nicht könnt, warum seid ihr um das übrige besorgt?“ (25-26)

Während wir die Aussage in Vers 24 spöttisch herablassend belächeln, vergeht uns bei diesen zwei Fragen der Hohn. Die Realität ist: du hast dein Leben nicht selbst in der Hand. Das ist kein Aufruf zum verantwortungslos Sein. Es soll uns nur damit konfrontieren, dass die Sorge allein überhaupt nichts ändern oder verbessern kann. Sie macht das Leben weder länger noch schöner, und ist faktisch gesehen völlig nutzlos.

„Betrachtet die Lilien, wie sie wachsen; sie mühen sich nicht und spinnen auch nicht. Ich sage euch aber, selbst Salomo in all seiner Herrlichkeit war nicht bekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott das Gras, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wieviel mehr euch, Kleingläubige?“ (27-28)

Natürlich haben Menschen im Gegensatz zu Blumen Eigenverantwortung. Die Bibel fordert auch einhellig dazu auf, diese wahr zu nehmen. Faulheit und Unzuverlässigkeit sind mit Sicherheit keine christlichen Tugenden. Deswegen geht es auch hier nicht darum, mich zu fragen, ob ich arbeiten soll oder nicht. Es geht um die Frage, auf wen ich mich verlasse. Mich auf meine eigene Anstrengung zu verlassen macht keinen Sinn, weil ich mein Leben nicht wirklich in der Hand habe. Statt dessen will Jesus uns davon überzeugen, uns auf Gott zu verlassen. Dieser Gott ist vertrauenswürdig. Während in Vers 24 als Eigenschaft Gottes die Liebe zum Menschen im Vordergrund steht, zeigt uns Jesus Gott als großzügigen und verschwenderischen Geber.

„Und ihr, trachtet nicht danach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, und seid nicht in Unruhe! Denn nach diesem allen trachten die Nationen der Welt“ (29-30a)

Wenn ich diesen Gott nicht kennen, ist es klar, dass ich besorgt und unruhig bin. Jesus sagt: Verhaltet euch nicht so, als hättet ihr Gott nicht!

„euer Vater aber weiß, dass ihr dies benötigt. Trachtet jedoch nach seinem Reich! Und dies wird euch hinzugefügt werden.“ (30b-31)

Gott weiß, was ich für’s Leben brauche. Und das wird er mir auch geben. Er weiß auch, dass unsere Sorgen uns davon abhalten, darüber nachzudenken, wie wir zur Ausbreitung seines Reiches beitragen könnten. Deswegen will er uns helfen, unsere Sorgen abzulegen, damit wir uns dann um die Dinge kümmern können, die wirklich wichtig sind: das „mehr“ aus Vers 23.

„Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben.“ (32)

Dieses Reich, nach dem wir trachten sollen, ist uns von Gott gegeben. Wir brauchen uns nicht zu fürchten, dass wir – weil wir nur eine kleine Herde sind – vergebens nach dem Reich Gottes trachten.

„Verkauft eure Habe und gebt Almosen; macht euch Beutel, die nicht veralten, einen unvergänglichen Schatz in den Himmeln, wo kein Dieb sich naht und keine Motte zerstört! Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“ (33-34)

Setzt euer Geld ewigkeitswirksam ein! Nicht die irdischen Sorgen sollten meinen Umgang mit dem Geld steuern, sondern meine Gottesbeziehung. Wenn ich glaube, dass Gott für mich sorgt, bin ich frei, mit meinem Besitz Gottes Reich zu bauen – durch Opferbereitschaft und überschwengliches, großzügiges Geben. Diese Theologie Jesu soll jeden Menschen dazu befähigen, ein Geber sein zu können. Das Aufgeben, Schenken und Teilen war von Anfang an ein Zeichen des angebrochenen Reichs Gottes (siehe Apostelgeschichte 2-4).

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