Das perfekte Zeugnis.

Am nächsten Tag, als Johannes Jesus auf sich zukommen sah, sagte er: »Seht her! Da ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!Er ist es, von dem ich sagte: `Bald nach mir kommt ein Mann, der größer ist als ich, denn er war da, lange bevor es mich gab.´ Ich kannte ihn nicht. Aber um Israel die Augen für ihn zu öffnen, bin ich gekommen und habe mit Wasser getauft.« Und er fuhr fort: »Ich sah den Heiligen Geist wie eine Taube vom Himmel herabkommen und sich auf ihm niederlassen. Ich kannte ihn nicht, doch Gott, der mir den Auftrag gegeben hat, mit Wasser zu taufen, sagte zu mir: `Der, auf den du den Heiligen Geist herabkommen und sich niederlassen siehst, ist der, den du suchst. Er ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft.´ Das habe ich nun gesehen und deshalb bezeuge ich, dass dieser Mann der Sohn Gottes ist.« (Johannes 1,29-34)

Johannes der Täufer war nicht nur eine faszinierende Persönlichkeit, was sein Selbstverständnis und Motivation anging, auch die Art und Weise, wie er Jesus bezeugte war beeindruckend: theologisch vollständig und radikal, doch gleichzeitig persönlich und authentisch. Ein echtes Vorbild für jeden Christen!

1. Theologisch vollständig: Was Johannes hier über Jesus sagt, sind die Grundlagen der christlichen Botschaft – und das, obwohl Jesus gerade erst die Bühne der Öffentlichkeit betreten hatte. Er spricht von Jesus als dem Lamm Gottes (Opfer), dem Gesalbten Gottes (Messias) und dem Sohn Gottes (Gott). Wieviel mehr sollte ich darauf achten, ein vollständiges Bild von Jesus zu zeichnen!

2. Theologisch radikal: Für seine Zuhörer war seine Botschaft radikal und anstößig. Gott hat einen Sohn? Gott wurde Mensch? Ein Mensch als Sündopfer? Vergebung und Gottesbeziehung für alle? Aber gerade diese Punkte machen sein Zeugnis zu einem christlichen Zeugnis. Jeder kann sagen, dass es richtig ist, seinen Mitmenschen zu lieben, gerecht und barmherzig zu sein. Das alleine ist kein christliches Zeugnis. Um Jesus zu bekennen, muss ich – wie Johannes der Täufer – von Jesus als Gottessohn, Menschensohn und Opferlamm sprechen. Egal, ob ich dafür Applaus oder einen Vogel gezeigt bekomme.

3. Persönlich: Obwohl er klare theologische Aussagen macht, bleibt er nicht an dem Punkt stehen, sondern er belegt  diese mit persönlichen Erfahrungen. Gott hatte zu ihm gesprochen und er hatte eine Erscheinung des Heiligen Geistes gesehen. Es war keine intellektuelle Trockenübung gewesen, er war durch seine übernatürlichen Erfahrungen zu seinen Überzeugungen im Bezug auf Jesus gekommen. Bei allem Interesse für theologische Tiefe und Integrität – ich darf meine Erlebnisse mit Jesus nie vergessen. Sie sind ja der Grund dafür, dass ich heute mit Jesus unterwegs bin, und mir überhaupt über die Theorie soviele Gedanken mache.

4. Authentisch: Teil seines persönlichen Zeugnisses ist es, dass er dazu steht, dass er manche Sache erst spät kapierte. Er gibt zu, dass er Jesus (in den hier aufgezählten Eigenschaften) bis zu seinem Erlebnis bei der Taufe nicht wirklich gekannt hatte. Mit Sicherheit kannte er ihn als Mensch – immerhin war er sein Cousin. Aber Gott musste zu ihm sprechen und ihm erst die Augen dafür öffnen, wer Jesus wirklich war. Aus Johannes spricht keine Überlegenheit, sondern Menschlichkeit. Er redet nicht von oben herab, als einer, der alles gecheckt hatte, sondern auf Augenhöhe mit seinen Zuhörern, als einer, der lernen und sich entwickeln musste. Diese Eigenschaft ist unglaublich wichtig und vielleicht sogar der Schlüssel zum Herz der Zuhörer.

Alles in Allem: das perfekte Zeugnis.

Advertisements
  1. No trackbacks yet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: