Ein toter Hund am Tisch des Königs

Gerade habe ich 2. Samuel 9 gelesen, und bin berührt, was für eine tolle Illustration diese Geschichte ist. Es ist das Evangelium, die gute Nachricht von Gottes Liebe, die in diesem Kapitel sichtbar wird. Eine Liebe, die sich an uns erinnert, die uns zu sich holt, die uns beschenkt und die uns adelt.

Verse 1-6: König David erinnert sich daran, dass er seinem – inzwischen verstorbenen – besten Freund, Prinz Jonathan, etwas versprochen hatte: Er hatte versprochen, dessen Familie nicht zu vergessen und ihnen Gutes zu tun. Er lässt Mefi-Boschet suchen und lässt ihn zu sich bringen. Mefi-Boschet ist an beiden Beinen gelähmt. Als Enkel des Königs Saul wäre er eigentlich – da Saul und dessen Sohn Jonathan in der Schlacht gefallen waren – Thronanwärter gewesen. Doch aufgrund der veränderten Lage war ihm nichts geblieben. Genauso erinnert sich König Jesus auch an diejenigen, die verachtet, hilfsbedürftig und vergessen waren. Er erinnert sich an sein Versprechen, und will ihnen in Gottes Namen Gutes tun. Jesus kam, um das Verlorne zu suchen  und zu retten. Er kam nicht für die Gesunden und Starken, sondern für die Kranken und Schwachen. Gott hat dich nicht vergessen.

Vers 7: König David gibt Mefi-Boschet allen Besitz wieder, der seinem Großvater, König Saul, einmal gehört hatte. Doch damit nicht genug: Er besteht darauf, dass Mefi-Boschet von nun an immer mit ihm essen sollte. Er gibt ihm den Platz, den er verloren hatte, wieder. So auch Jesus: er gibt das verlorene Erbe wieder zurück. Er stellt uns wieder her, und beschenkt uns.  Er lädt uns zu seinem königlichen Tisch ein, will uns bei sich haben.

Vers 8: „Diejenigen, welche wissen, dass sie Freundlichkeit am Wenigsten verdient haben, wissen sie am Meisten zu schätzen.“ Mefi-Boschet, eben noch irgendwo im Exil auf dem Land, ohne Besitz, wird auf einen Schlag zu einem reichen Königssohn. Überwältigt von dieser Freundlichkeit wirft er sich zu Boden nieder und bekennt seine Unwürdigkeit. Wem bewusst ist, wir arm und vergessen er ohne Jesus war, der wird ebenfalls den König dankbar und voller Freude anbeten.

Verse 9-10: König David weiß, dass Mefi-Boschet aufgrund seiner Behinderung weiterhin auf Hilfe angewiesen war. Deswegen stellt er ihm Diener zur Seite, die ihm helfen, sein Land zu bebauen. Auch König Jesus weiß, dass wir trotz Allem unfähig sind, und Hilfe und Dienst nötig haben. Seine zu uns gesandten Diener/Helfer (Engel, Menschen, Sakramente, den Heiligen Geist,…) machen es uns möglich, das Leben, das er für uns vorbereitet hat, ganz auszukosten.

Verse 11-13: Für König David war die Einladung zu den gemeinsamen Mahlzeiten keine höfliche Floskel. Er adoptierte Mefi-Boschet sozusagen in seine Familie, behandelte ihn wie einen Sohn. Genau das ist auch die Verheißung des Evangeliums: Gott will uns nicht nur Gutes tun und uns segnen – er nimmt uns in seine Familie, in sein Haus auf. Wie Mefi-Boschet an König Davids Tisch können wir täglich am reich gedeckten Tisch des himmlischen Königs sitzen. Seine Liebe adelt uns.

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