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A Response to the Emerging Church

Good article, found on Justin Alfred’s website.

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Das perfekte Zeugnis.

Am nächsten Tag, als Johannes Jesus auf sich zukommen sah, sagte er: »Seht her! Da ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!Er ist es, von dem ich sagte: `Bald nach mir kommt ein Mann, der größer ist als ich, denn er war da, lange bevor es mich gab.´ Ich kannte ihn nicht. Aber um Israel die Augen für ihn zu öffnen, bin ich gekommen und habe mit Wasser getauft.« Und er fuhr fort: »Ich sah den Heiligen Geist wie eine Taube vom Himmel herabkommen und sich auf ihm niederlassen. Ich kannte ihn nicht, doch Gott, der mir den Auftrag gegeben hat, mit Wasser zu taufen, sagte zu mir: `Der, auf den du den Heiligen Geist herabkommen und sich niederlassen siehst, ist der, den du suchst. Er ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft.´ Das habe ich nun gesehen und deshalb bezeuge ich, dass dieser Mann der Sohn Gottes ist.« (Johannes 1,29-34)

Johannes der Täufer war nicht nur eine faszinierende Persönlichkeit, was sein Selbstverständnis und Motivation anging, auch die Art und Weise, wie er Jesus bezeugte war beeindruckend: theologisch vollständig und radikal, doch gleichzeitig persönlich und authentisch. Ein echtes Vorbild für jeden Christen!

1. Theologisch vollständig: Was Johannes hier über Jesus sagt, sind die Grundlagen der christlichen Botschaft – und das, obwohl Jesus gerade erst die Bühne der Öffentlichkeit betreten hatte. Er spricht von Jesus als dem Lamm Gottes (Opfer), dem Gesalbten Gottes (Messias) und dem Sohn Gottes (Gott). Wieviel mehr sollte ich darauf achten, ein vollständiges Bild von Jesus zu zeichnen!

2. Theologisch radikal: Für seine Zuhörer war seine Botschaft radikal und anstößig. Gott hat einen Sohn? Gott wurde Mensch? Ein Mensch als Sündopfer? Vergebung und Gottesbeziehung für alle? Aber gerade diese Punkte machen sein Zeugnis zu einem christlichen Zeugnis. Jeder kann sagen, dass es richtig ist, seinen Mitmenschen zu lieben, gerecht und barmherzig zu sein. Das alleine ist kein christliches Zeugnis. Um Jesus zu bekennen, muss ich – wie Johannes der Täufer – von Jesus als Gottessohn, Menschensohn und Opferlamm sprechen. Egal, ob ich dafür Applaus oder einen Vogel gezeigt bekomme.

3. Persönlich: Obwohl er klare theologische Aussagen macht, bleibt er nicht an dem Punkt stehen, sondern er belegt  diese mit persönlichen Erfahrungen. Gott hatte zu ihm gesprochen und er hatte eine Erscheinung des Heiligen Geistes gesehen. Es war keine intellektuelle Trockenübung gewesen, er war durch seine übernatürlichen Erfahrungen zu seinen Überzeugungen im Bezug auf Jesus gekommen. Bei allem Interesse für theologische Tiefe und Integrität – ich darf meine Erlebnisse mit Jesus nie vergessen. Sie sind ja der Grund dafür, dass ich heute mit Jesus unterwegs bin, und mir überhaupt über die Theorie soviele Gedanken mache.

4. Authentisch: Teil seines persönlichen Zeugnisses ist es, dass er dazu steht, dass er manche Sache erst spät kapierte. Er gibt zu, dass er Jesus (in den hier aufgezählten Eigenschaften) bis zu seinem Erlebnis bei der Taufe nicht wirklich gekannt hatte. Mit Sicherheit kannte er ihn als Mensch – immerhin war er sein Cousin. Aber Gott musste zu ihm sprechen und ihm erst die Augen dafür öffnen, wer Jesus wirklich war. Aus Johannes spricht keine Überlegenheit, sondern Menschlichkeit. Er redet nicht von oben herab, als einer, der alles gecheckt hatte, sondern auf Augenhöhe mit seinen Zuhörern, als einer, der lernen und sich entwickeln musste. Diese Eigenschaft ist unglaublich wichtig und vielleicht sogar der Schlüssel zum Herz der Zuhörer.

Alles in Allem: das perfekte Zeugnis.

Ich taufe nur mit Wasser.

In den Versen 19-23 von Johannes 1 zeigte sich in einem Gespräch zwischen Johannes dem Täufer und den Abgesandten des Hohen Rates, dass Johannes eine gesunde Selbsteinschätzung hatte. Er hielt sich nicht selber für den Christus, nicht mal für einen Christus. Tatsächlich hielt er sich nicht einmal für irgendeine Schlüsselfigur in Gottes Plan für sein Volk. Er sah sich selbst einfach als „Eine Stimme, die in der Wüste ruft: Ebnet den Weg für das Kommen des Herrn!“ Das war sein Ruf, seine Aufgabe, seine Identität.

„Der Ruf Gottes ist der Ruf, der von seinem Wesen ausgeht. Wo wir dann als Reaktion auf diesen Ruf hingehen, hängt vollständig von den Umständen ab, die Gott in seiner Vorsehung geschaffen hat. Der Ruf Gottes an sich ist kein Ruf zu einem bestimmten Dienst, doch unsere Interpretation von diesem Ruf kann es durchaus sein. Das heißt, durch meinen Kontakt mit dem Wesen Gottes, wird mir klar, was ich für ihn tun kann. Der Ruf zum Dienst ist das Echo meiner Identifizierung mit Gott. Mein Dienst resultiert aus dem, was meinem Wesen entspricht. Gottes Ruf entspricht seinem Wesen, deswegen kann ich seinen Ruf nicht hören, bis ich nicht sein Wesen empfangen habe. Wenn ich sein Wesen empfangen habe, wirken die beiden – mein Wesen und Gottes Wesen – zusammen. Der Sohn Gottes offenbart sich in mir, und ich, der natürliche Mensch, diene dem Sohn Gottes auf gewöhnlichem Wege und aus bloßer Hingabe zu ihm.“ (Oswald Chambers; So send I you)

Durch das, was der Heilige Geist in Johannes getan hatte (seine Salbung), konnte Johannes die Stimme Gottes hören. Es war Gottes Stimme, die in der Wüste rief. Johannes spürte Gott rufen. Er suchte sich nicht einfach etwas aus der Bibel aus, mit dem er sich identifizieren wollte. Gott rief und berief ihn.

In der Geschichte folgt eine weitere Befragung. Diesmal sind es die Abgesandten der Pharisäer, die eine Frage stellen. Es ist eine Frage, die sich logisch aus Johannes‘ bisherigen Antworten ergibt: „Wenn du weder der Christus noch Elia oder der Prophet bist, mit welchem Recht taufst du dann?“ Mit anderen Worten: Du nimmst für dich zwar nicht in Anspruch, etwas Großes und Bedeutendes zu sein, aber dann tust du einen Dienst, der – nach unserem Verständnis – nur von dem Christus, Elia oder dem Propheten getan werden darf: Du taufst Juden! (Die Taufe war eigentlich Teil des Rituals, durch das Nichtjuden zum Judentum konvertierten. Dass Johannes Menschen taufte, die bereits Juden waren, passte zu seiner Botschaft, dass Gottes Volk geistlich und moralisch gesehen so lebte wie die heidnischen Völker. Durch die Taufe identifizierten sich die Menschen mit den Nichtjuden, und bekannten, dass sie – obwohl sie bereits Juden waren – diese Bekehrung nötig hatten – ein radikales Schuldbekenntnis!) Du müsstest eigentlich ein Retter oder Prophet sein, um diesen Dienst überhaupt tun zu dürfen! Wenn du das nicht bist, ist dein Handeln eigentlich anmaßend.

Die Antwort des Johannes ist erstaunlich: „Ich taufe nur mit Wasser, doch hier mitten unter euch steht einer, den ihr nicht kennt. Er wird aber schon bald nach mir kommen. Ich bin nicht einmal wert, sein Diener zu sein.“ (Vers 26-27) Der Vorwurf lautete: Du sagst zwar, dass du dich nicht selber für den Christus, oder einen Propheten hältst, aber dann tust du das Werk des Christus. Das passt doch nicht zusammen! Johannes reagiert, indem er klar stellt, dass er keineswegs wortwörtlich ‚das Werk Gottes tut‘. Nicht nur wer er war, auch das was er tat war in seinen Augen nichts Großes. Er taufte nur mit Wasser. Das einzig Große in seinen Augen war Jesus. In drei Aussagen verweist er auf ihn:

  1. „Hier mitten unter euch steht einer, den ihr noch nicht kennt.“ Dieser Satz muss sie dazu gebracht haben, Jesus neugierig zu suchen. Die Aufmerksamkeit wurde auf ihn gelenkt.
  2. „Er wird aber schon bald nach mir kommen.“ Dieser Satz muss sie dazu gebracht haben, Jesus sehnlichst zu erwarten. Die Hoffnungen wurden auf ihn gelenkt.
  3. „Ich bin nicht einmal Wert, sein Diener zu sein.“ (wörtl.: ihm die Sandalen auszuziehen) Dieser Satz muss sie dazu gebracht haben, ehrfürchtig zu Jesus aufzuschauen. Die Anbetung wurde auf ihn gelenkt.

Und Johannes sagte diese Dinge nicht, weil er demütig sein oder einfach das Richtige sagen wollte. Er sagte sie, weil er durchaus zwischen der Person Jesus und sich selbst, zwischen dem Wirken Jesu und seinem eigenen trennen konnte. Ihm waren die natürlichen Grenzen seines eigenen Dienstes bewusst.

Mich beeindruckt dieser einfache Satz: Ich taufe nur mit Wasser. Manche werden denken, dass man sich für eine Art Retter oder Prophet halten muss, oder zumindest als jemanden, der das Werk eines Retters oder Propheten tut, um Gemeindegründer oder Missionar sein zu wollen (Messiaskomplex/Helfersyndrom). Am Beispiel von Johannes dem Täufer wird aber klar, dass diese psychologische Analyse völlig daneben liegen kann, weil sie die geistlichen Dynamiken nicht kennt oder versteht.

Die Erklärung für meine Motivation ist viel simpler: Gott ist Gott und ich bin ich. D. h., nur er kann tun, was er tun kann. Wegen dem, was Gott für mich und in mir getan hat, bin ich dankbar, und möchte deswegen das tun, was seinem Ruf und meiner Persönlichkeit entspricht. Es ist ein ganz  natürlicher übernatürlicher Prozess. Dafür muss ich mich weder für Gott, noch für einen Messias, noch für einen Propheten halten. Ich glaube auch nicht, dass mein Dienst hier in sich selbst Bedeutung haben würde. Ich taufe auch nur mit Wasser.

Das hier hilft gegen Sorgen.

„Er aber sprach zu seinen Jüngern: Deshalb sage ich euch: Seid nicht besorgt für das Leben, was ihr essen, noch für den Leib, was ihr anziehen sollt!“ (Lukas 12,22)

Jesus spricht bei seinen Jüngern die Sorge um existenzielle Dinge an. Es geht nie darum, Gott für den Luxus zu vertrauen. Bei Nahrung und Kleidung geht es um das Überleben und die Würde des Menschen.

„Das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung.“ (23)

Damit meint er nicht, dass diese Dinge unwichtig wären. Ihm geht es darum, dass wir ihnen nicht durch Sorge den zentralen Platz in unserem Leben geben sollen. Unser Leben sollte sich um andere Dinge drehen können. Aber wie soll das möglich sein? Wir haben es doch mit tatsächlichen Bedürfnissen und Nöten zu tun! Jesus antwortet:

„Betrachtet die Raben, die nicht säen noch ernten, die weder Vorratskammer noch Scheune haben, und Gott ernährt sie. Wieviel seid ihr mehr als die Vögel!“ (24)

Gott ernährt die Vögel. Diese kindlich naive Einstellung ist eine Beleidigung für unser aufgeklärtes, selbständiges Denken. Aber Jesus wird uns gleich mit der Nase darauf stoßen, dass auch unsere Rationalität letztendlich hilflos vor den großen Problemen des Lebens steht. Die Logik hinter dieser Aussage Jesu ist folgende: Gott versorgt auch die Tiere – Ihr Menschen seid ihm wichtiger als die Tiere – Deswegen wird er euch erst recht versorgen. Im Unterschied zu den Tieren müssen wir Menschen uns allerdings entscheiden, ob wir Gott vertrauen wollen oder nicht. Tiere sorgen sich nicht. Bin ich bereit, mich auf diese kindliche Logik Jesu einzulassen und zu vertrauen? Denn auch wenn diese Logik naiv klingt – was ist die Alternative?

„Wer aber unter euch kann mit Sorgen seiner Lebenslänge eine Elle zusetzen? Wenn ihr nun auch das geringste nicht könnt, warum seid ihr um das übrige besorgt?“ (25-26)

Während wir die Aussage in Vers 24 spöttisch herablassend belächeln, vergeht uns bei diesen zwei Fragen der Hohn. Die Realität ist: du hast dein Leben nicht selbst in der Hand. Das ist kein Aufruf zum verantwortungslos Sein. Es soll uns nur damit konfrontieren, dass die Sorge allein überhaupt nichts ändern oder verbessern kann. Sie macht das Leben weder länger noch schöner, und ist faktisch gesehen völlig nutzlos.

„Betrachtet die Lilien, wie sie wachsen; sie mühen sich nicht und spinnen auch nicht. Ich sage euch aber, selbst Salomo in all seiner Herrlichkeit war nicht bekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott das Gras, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wieviel mehr euch, Kleingläubige?“ (27-28)

Natürlich haben Menschen im Gegensatz zu Blumen Eigenverantwortung. Die Bibel fordert auch einhellig dazu auf, diese wahr zu nehmen. Faulheit und Unzuverlässigkeit sind mit Sicherheit keine christlichen Tugenden. Deswegen geht es auch hier nicht darum, mich zu fragen, ob ich arbeiten soll oder nicht. Es geht um die Frage, auf wen ich mich verlasse. Mich auf meine eigene Anstrengung zu verlassen macht keinen Sinn, weil ich mein Leben nicht wirklich in der Hand habe. Statt dessen will Jesus uns davon überzeugen, uns auf Gott zu verlassen. Dieser Gott ist vertrauenswürdig. Während in Vers 24 als Eigenschaft Gottes die Liebe zum Menschen im Vordergrund steht, zeigt uns Jesus Gott als großzügigen und verschwenderischen Geber.

„Und ihr, trachtet nicht danach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, und seid nicht in Unruhe! Denn nach diesem allen trachten die Nationen der Welt“ (29-30a)

Wenn ich diesen Gott nicht kennen, ist es klar, dass ich besorgt und unruhig bin. Jesus sagt: Verhaltet euch nicht so, als hättet ihr Gott nicht!

„euer Vater aber weiß, dass ihr dies benötigt. Trachtet jedoch nach seinem Reich! Und dies wird euch hinzugefügt werden.“ (30b-31)

Gott weiß, was ich für’s Leben brauche. Und das wird er mir auch geben. Er weiß auch, dass unsere Sorgen uns davon abhalten, darüber nachzudenken, wie wir zur Ausbreitung seines Reiches beitragen könnten. Deswegen will er uns helfen, unsere Sorgen abzulegen, damit wir uns dann um die Dinge kümmern können, die wirklich wichtig sind: das „mehr“ aus Vers 23.

„Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben.“ (32)

Dieses Reich, nach dem wir trachten sollen, ist uns von Gott gegeben. Wir brauchen uns nicht zu fürchten, dass wir – weil wir nur eine kleine Herde sind – vergebens nach dem Reich Gottes trachten.

„Verkauft eure Habe und gebt Almosen; macht euch Beutel, die nicht veralten, einen unvergänglichen Schatz in den Himmeln, wo kein Dieb sich naht und keine Motte zerstört! Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“ (33-34)

Setzt euer Geld ewigkeitswirksam ein! Nicht die irdischen Sorgen sollten meinen Umgang mit dem Geld steuern, sondern meine Gottesbeziehung. Wenn ich glaube, dass Gott für mich sorgt, bin ich frei, mit meinem Besitz Gottes Reich zu bauen – durch Opferbereitschaft und überschwengliches, großzügiges Geben. Diese Theologie Jesu soll jeden Menschen dazu befähigen, ein Geber sein zu können. Das Aufgeben, Schenken und Teilen war von Anfang an ein Zeichen des angebrochenen Reichs Gottes (siehe Apostelgeschichte 2-4).

Das hier hilft gegen Habsucht.

Einer aus der Volksmenge aber sprach zu ihm: Lehrer, sage meinem Bruder, dass er das Erbe mit mir teile.“ (Lukas 12,13)

Dieser Mann erkannte die Autorität Jesu als Rabbi (Lehrer) an. Er wusste, dass die Menschen auf ihn hörten. Das wollte er ausnutzen. Bei den Juden teilten die Söhne das Erbe unter sich auf, wobei der älteste Bruder einen doppelten Anteil bekam. Was genau in seiner Situation falsch gelaufen war – oder ob überhaupt etwas falsch gelaufen war – ist hier nicht ersichtlich. Aber ganz offensichtlich ging es ihm nicht darum, dass er durch Jesus eine Gottesbeziehung bekommen konnte. Sein Ziel war es, an das Geld zu kommen, das er unbedingt haben wollte. Die Autorität Jesu war für ihn nur ein mögliches Mittel zum Zweck.

Wenn jemand in den Evangelien zu Jesus kommt, und ihn etwas fragt, kann man das eigentlich sehr gut damit vergleichen, wenn heute jemand zu Jesus kommt (im Gebet) und ihn um etwas bittet. Man kann sich also hier jemanden vorstellen, der an die Autorität Jesu appelliert, damit die Erbteilung zu seinen Gunsten ausgeht. Im besten Fall betet er einfach dafür, dass er den Teil abbekommt, der ihm zusteht. Er möchte dieses Geld, und Jesus kann ihm helfen. Denkt er.

Er [Jesus] aber sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich als Richter oder Erbteiler über euch eingesetzt?“ (14)

Jesus lässt ihn abblitzen. Jesus ist nicht doof. Er lässt sich nicht vor diesen Karren spannen. „Das ist nicht meine Aufgabe. Das ist nicht der Platz, den ich in deinem Leben einnehmen, der Dienst, den ich in deinem Leben tun will. Du bittest den Falschen.“

Er sprach aber zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habsucht! Denn auch wenn jemand Überfluss hat, besteht sein Leben nicht aus seiner Habe.“ (15)

Jesus wendet sich den umstehenden Menschen zu, um sie zu lehren. Der Mann wollte Jesus für seine Zwecke nutzen. Jetzt nutzt Jesus den Mann für seine Zwecke: Als Illustration für seine Kurzandacht. Jesus warnt vor Habsucht, also Materialismus und Geldgier. Habsucht ist das ungezügelte Verlangen nach mehr, neueren und besseren Dingen. Paulus trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er schreibt, dass Habsucht Götzendienst ist (Kolosser 3,5). Nach Luthers Definition mache ich etwas zu meinem Gott, indem ich all meine Hoffnungen darauf setze und alles Gute davon erwarte. Wenn ich habsüchtig bin, hoffe ich, dass Glück, Erfüllung, kurz: Leben, durch Geld und Besitz zunehmen. Aber Jesus lehrt: „der Mensch gewinnt sein Leben nicht aus seinem Besitz, auch wenn der noch so groß ist.“ (Gute Nachricht Übersetzung). Geld und materieller Besitz sind nicht die Quelle des Lebens. Um meine Existenz zu erhalten brauche ich keinen Überfluss. Und selbst wenn ich Überfluss habe, kann dieser mein Leben nicht verlängern.

Alle Menschen werden von einem starken Verlangen nach Leben, nach Glück, nach Erfüllung getrieben. Es geht nicht darum, dieses Verlangen abzustellen. Als wäre es geistlich, diesen Wunsch unerfüllt zu lassen. Unser Problem ist nicht „das Streben nach Glück“. Unser Problem ist der falsche Gott. Weil Gott das weiß, sagt er uns als ersten Grundsatz seiner Anleitung zum Glück: „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“

Er sagte aber ein Gleichnis zu ihnen und sprach: Das Land eines reichen Menschen trug viel ein. Und er überlegte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Denn ich habe nicht, wohin ich meine Früchte einsammeln soll. Und er sprach: Dies will ich tun: Ich will meine Scheunen niederreißen und größere bauen und will dahin all mein Korn und meine Güter einsammeln; und ich will zu meiner Seele sagen: Seele, du hast viele Güter liegen auf viele Jahre. Ruhe aus, iss, trink, sei fröhlich! Gott aber sprach zu ihm: Du Tor! In dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Was du aber bereitet hast, für wen wird es sein? So ist, der für sich Schätze sammelt und nicht reich ist im Blick auf Gott.“ (16-21)

Die Sünde des Bauern war nicht sein Reichtum. Es war die Tatsache, dass er seine Sicherheit, seine Erfüllung und seine Freude in seinem Besitz suchte. Deswegen war für ihn viel Besitz = viel Freude, viel Zufriedenheit, viel Ruhe. Sein Scheunenbauen war ein Versuch, sich diese Dinge zu erhalten – zu sichern. Die Scheune war sein Tempel für seinen Gott „Besitz“.

Das Problem mit diesem Gott: er konnte nicht wirklich retten. Deswegen ist er ein falscher Gott, ein falscher Messias. Das wird angesichts des Todes deutlich. Wenn der Tod meine Seele von mir fordert – ist mein Gott dann immer noch da, um mich zu retten? Trägt er mich über die Schwelle des Todes und hinein in die Ewigkeit? Jeder, der das nicht bedenkt, ist (laut Gott) ein Narr. Was für ein Gott ist, das, der mich in der schlimmsten Stunde verlässt?

Ich muss mich fragen, wie ich vor Gott da stehe. Ob ich in seinen Augen ‚reich‘ bin. Was macht einen Menschen reich vor Gott? Was kann ein Mensch besitzen, was ihm nach dem Tod noch bleibt?

Gottes größtes Geschenk/God’s greatest gift

„Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.“ (Lukas 11,13)

Das will sagen: Die Gabe Gottes ist Gott selbst. Das „Gute“, das er uns schenkt, ist er selber. An dieser Stelle wird überraschend sichtbar, worum es im Beten wirklich geht: nicht um dies oder das, sondern dass Gott sich uns schenken will – das ist die Gabe aller Gaben, das „allein Notwendige“. Das Gebet ist ein Weg, um allmählich unsere Wünsche zu reinigen, zu korrigieren, und langsam zu erkennen, was uns wirklich nottut: Gott und sein Geist.

„If now you, being evil, know how to give good gifts to your children, how much more will your heavenly father give the Holy Spirit to those who ask him.“ (Luke 11:13)

This is saying: the gift of God is God himself. The „good“ that he gives us is he himself. In this passage it becomes surprisingly obvious what prayer is all about: not about this or that, but that God wants to give himself to us. That is the gift of all gifts, the „only thing that this needed“. Prayer is a way to slowly purify and correct our desires, and to realize step by step what we truely need: God and his Spirit.

(Jesus von Nazareth, Papst Benedikt XVI; Jesus of Nazareth, Pope Benedict XVI)

Das hier hilft gegen Menschenfurcht.

Gottes Allmacht – seine Hand

Ich sage aber euch, meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und nach diesem nichts weiter zu tun vermögen! Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der nach dem Töten Macht hat, in die Hölle zu werfen; ja, sage ich euch, diesen fürchtet!“ (Lukas 12,4-5)

Die Bibel lehrt uns, dass die menschliche Existenz nicht mit dem körperlichen Tod endet. Die Macht des Menschen, einem anderen etwas anzutun, ist aber auf dieses Leben, und auf diesen Körper begrenzt. Was Menschen dir antun können, ist klar eingeschränkt. Dieses Argument von Jesus basiert auf dem Glauben, dass das Leben nach dem Tod viel wichtiger ist als das Leben jetzt, und dass die Seele wichtiger ist als der Körper. Würde das nicht stimmen, wären diese Worte kein Trost. Gottes Machtbereich erstreckt sich über den Tod hinaus. Das Leben nach dem Tod, und damit das Schicksal der Seele des Menschen, liegt völlig in seiner Hand. Darin liegt für diejenigen, die Jesus Freunde nennt, eine große Sicherheit. Gottes Allmacht bedeutet, dass es für ihn kein leicht und schwer gibt. Ihm ist alles möglich. Er steht über Allem.

Gottes Allwissenheit – seine Gedanken

Werden nicht fünf Sperlinge für zwei Pfennig verkauft? Und nicht einer von ihnen ist vor Gott vergessen. Aber selbst die Haare eures Hauptes sind alle gezählt.“ (6-7a)

Gott weiß absolut alles. Er vergisst nichts. Er übersieht nichts. Genauso, wie seine Allmacht bedeutet, dass es für ihn keinen Unterschied zwischen ‚leicht‘ und ’schwer‘ gibt, bedeutet seine Allwissenheit, dass es für ihn keinen Unterschied zwischen unwichtigen Details und wichtigen, ‚großen‘ Informationen gibt. Wir müssen diese Abstufung machen, weil wir nicht alles wissen können. Wir brauchen eine Prioritätenliste. Gott nicht. Alles ist gleichermaßen präsent in seinen Gedanken.

Gottes Liebe – sein Herz

Ich sage aber euch, meinen Freunden: (…) Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr als viele Sperlinge.“ (4a und 7b)

Wegen seiner Allmacht gibt es für Gott keinen Unterschied zwischen leicht und schwer. Wegen seiner Allwissenheit gibt es für ihn keinen Unterschied zwischen unwichtig und wichtig. Aber: Wegen seiner Liebe gibt es für ihn einen Unterschied zwischen Spatzen und Menschen. Diesem allmächtigen Gott, der die Seele in die Hölle werfen kann, diesem allwissenden Gott, der weiß, wie viele Haare ich auf dem Kopf habe, diesem Gott bin ich nicht egal. Ich bin ihm wichtig und wertvoll. Er liebt mich, denn ich bin Jesu Freund.

Gottesfurcht

Fürchtet den“ (5)

Das alles zu wissen reicht nicht aus. Ich muss es ernst nehmen. So ernst, dass die Furcht vor den Menschen kleiner wird und an Macht über mich verliert. Gott zu fürchten heißt ihn ernster zu nehmen als alles Andere und als alle Anderen. Was er kann, ist wichtiger; was er denkt, ist wichtiger; was er fühlt, ist wichtiger. Gottesfurcht sagt: Gottes Macht, Gottes Gedanken und Gottes Gefühle sind wichtiger als was Menschen mir antun könnten, über mich wissen (oder nicht wissen), für mich empfinden (oder nicht empfinden). Gott ist größer und stärker, mächtiger, weiser und schlauer. Und er liebt mich.

Was sollen wir nun hierzu sagen? Wenn Gott für uns ist, wer gegen uns? Er, der doch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat: wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken?“ (Römer 8,31-32)

Das beste Mittel gegen Menschenfurcht ist Gottesfurcht.“ (Spurgeon)

Die Menschen zu fürchten ist eine gefährliche Falle, wer aber auf den Herrn vertraut, lebt unter seinem Schutz.“ (Sprüche 29,25; NL)

Auf Gott vertraue ich, ich werde mich nicht fürchten; was kann ein Mensch mir tun?“ (Psalm 56,12)

Der HERR ist für mich, ich werde mich nicht fürchten. Was könnte ein Mensch mir tun?“ (Psalm 118,6)