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Den Berg erklimmen

Und wieder ein wunderschönes Zitat, diesmal von Ambrosius von Mailand:

„Laßt uns denn die Hülle von unserem Angesicht abnehmen, daß wir „enthüllten Angesichts die Herrlichkeit Gottes schauend zum nämlichen Bild erneut werden!“ Laßt uns zum Berge hinaufsteigen! Laßt uns Gottes Wort bitten, daß es sich uns in seiner Gestalt und Schönheit zeige und [in uns] erstarke und glücklich fortschreite und herrsche! Denn auch das bedeutet Geheimnisse, auch das bezieht sich auf Höheres. Je nach deiner Verfassung nämlich nimmt das Wort für dich ab oder zu. Und wenn du dich nicht zum Gipfel höherer Weisheit erhebst, zeigt sich dir die Weisheit nicht, zeigt sich dir die Erkenntnis der Geheimnisse nicht, zeigt sich dir nicht, wie erhaben die Herrlichkeit, wie erhaben die Schönheit in Gottes Wort ist. Gottes Wort erscheint vielmehr gleichsam wie im Fleische ohne die ihm eigentümliche Schönheit und Anmut, erscheint wie ein Mensch in Leiden, der unsere Schwachheiten auf sich nehmen kann, erscheint dir wie ein Wort aus Menschenmund hervorgegangen und von hüllenden Buchstaben verdeckt, nicht in der Kraft des Geistes aufleuchtend. Wenn du hingegen, den Blick auf seine Menschheit gerichtet, an deren Geburt aus der Jungfrau glaubst, und der Glaube mehr und mehr zur Überzeugung kommt, daß sie ihren Ursprung vom Heiligen Geist nahm, fängst du an auf den Berg zu steigen. Wenn du den Gekreuzigten als triumphierenden Sieger über den Tod, nicht als Opfer desselben schaust, wenn du schaust, wie die Erde erbebte, die Sonne schwand, Finsternis vor den Augen der Ungläubigen sich ausbreitete, Gräber sich öffneten, Tote auferstanden zum Zeichen, wie gleichsam das Heidenvolk, das Gott abgestorben war, kraft des vom Kreuze ausgeströmten Lichtes nach Öffnung der Grabesgruft seines Leibes auferstand – wenn du dieses Geheimnis schaust, hast du einen hohen Berg erstiegen, gewahrst du des Wortes Herrlichkeit in neuem Lichte.“ (Lukaskommentar)

Die Quelle für die Kirchenväter-Zitate ist die wunderbare Bibliothek der Kirchenväter: http://www.unifr.ch/bkv/index.htm

Sehr beindruckend!

…dieses Zitat aus den Erklärungen zum Vaterunser von Elische, einem armenischen Kirchenvater:

„Einer ist der wahre Vater und Schöpfer der ganzen Welt. Ohne die Begierlichkeit der Erzeugung und ohne die Schmerzen der Geburt hat er alles, das Sichtbare und das Unsichtbare, hervorgebracht. Da er sich Kinder zeugte, kam er auch zu ihnen und lehrte sie zum himmlischen Vater flehen, damit nicht immerdar die Welt in Windeln und Wiege bleibe, im Genuß der Milch und des Kindleinsbreies, versenkt und begraben in abstoßendem Unrat, den die Mütter und Ernährerinnen scheuen, und von dem die Erzieher und Pfleger ihr Antlitz abwenden. Diese sind das Gesetz und die Propheten. Sie haben jene im Meere gewaschen und konnten sie nicht rein bringen, durch Flüsse haben sie sie geführt und nicht abgewaschen. Sie wandten reichlich Seife an und wuschen mit Peinlichkeit und brachten sie doch nicht rein. Die um sie Versammelten entfernten sie, warfen sie weg, und sie standen hinausgestoßen. Da erbarmte sich der himmlische Vater, er neigte sich vom Himmel zur Erde, er fand alle in unerträglichem Blutvergießen, in toten Opfern des Götzendienstes. Da erfaßte er sie, reinigte sie und bekleidete sie mit himmlischem Gewande und führte sie wiederum in die Sohnschaft zurück. Er lehrte sie in väterlicher Unterweisung, damit sie beten sollten zum geliebten Vater im Himmel. „Wenn ihr betet,“ sagte er, „so machet nicht nach Kinderart viele Worte.“ Gott hört die Gedanken des Herzens und ist ein gütiger Vergelter der guten Werke. Es genügt, daß der Mund zum Zeugnis also spreche: Vater unser, der du (bist) in dem Himmel, heilig ist dein Name.“