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Determinismus, Fatalismus, Humanismus und Glaube

Bereite gerade meine Predigt für den Jugendgottesdienst am Sonntag vor. Ausgangsverse sind Zefanja 1,12-13. Es soll darum gehen, wie uns der Glaube daran, dass Gott in dieser Welt rettend am Werk ist, motiviert, Mitarbeiter Gottes zu sein (1Kor 3,9). Dabei habe ich auf der Seite einer FeG in der Schweiz eine hilfreiche PowerPoint zu Römer 8,28-30 gefunden (http://www.feg-bubikon.ch/download/pdf/rom/rom20.pdf), die eine Tabelle enthielt, die ich für ausarbeitenswert hielt. here it is:

Determinismus (Gott passiv/Mensch passiv): Gott hat irgendwann bestimmte Gesetzmäßigkeiten festgelegt, nach denen alles ablaufen wird. Seitdem greift er nicht mehr aktiv handelnd in dein Leben ein. Der Mensch nimmt dieses (durch Gottes Gesetzmäßigkeiten festgelegte) Schicksal – in dem Wissen, dass er sie durch seine Willensentscheidungen nicht beeinflussen oder gar ändern kann – an, fügt sich ihnen und bleibt passiv.

Humanismus (Gott passiv/Mensch aktiv): Gott hat diese Welt geschaffen, aber dann dem Menschen die Fähigkeit und volle Verantwortung übertragen, sie zu verwalten (darüber zu regieren). Wenn der Mensch nichts tut, wird nichts getan. Das Schicksal liegt ganz in der Hand des einzelnen Menschen und der ganzen Menschheit.

Fatalismus (Gott aktiv/Mensch passiv): Ähnelt dem Determinismus darin, dass der Mensch sich einem göttlichen Schicksal fügt, nicht an die Kraft freier Willensentscheidungen glaubt und deswegen passiv bleibt. Unterschied: Der Glaube daran, dass Gott bis zum Ende aktiv in der Welt am Werk ist. Und weil Gott letztendlich alles tun wird, was er tun will, macht es keinen Unterschied, ob ein Mensch in diesem Werk Gottes in der Welt mitwirkt oder nicht.

Glaube (Gott aktiv/Mensch aktiv): Gott handelt aktiv in der Welt. Er hat bestimmte Gesetzmäßigkeiten festgelegt und hat auch einen definitiven Willen. Doch dieser Wille schließt das aktive Handeln des Menschen mit ein. Die Gesetzmäßigkeiten sind die Grundlage für die freien Entscheidungen des Menschen, der – sein eigenes Schicksal lenkend und das der Welt beeinflussend – den Willen Gottes erfüllt.

Gerade wer das Johannesevangelium liest, wird bemerken, dass Jesus genau diese Vorstellung von Glauben hatte (Johannes 4,34; 5,17; 5,36; 9,4; 17,4). Gott wirkt, ist aktiv, und deswegen wirke ich auch, bin auch ich aktiv.

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Jesus lächelt.

So, hier isser endlich – mein erster deutscher Eintrag. Ein Auszug aus meinen Predigtnotizen für den Jugendgottesdienst gleich.

Jesus teilte als Gottes Sohn die Herrlichkeit des Vaters. Als er auf die Erde kam, kam er, um die Herrlichkeit Gottes auszustrahlen. In Johannes 1,14 schreibt Johannes über Jesus: „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ Johannes sagt hier, worin er ganz besonders die Herrlichkeit Gottes gesehen hat: darin, dass Jesus voller Gnade und Wahrheit war.

Es gab sicherlich besondere Momente, in denen Gottes Herrlichkeit auf übernatürliche Weise sichtbar wurde. Zum Beispiel auf dem Berg der Verklärung. Da wurde Jesus vor den Augen von Petrus, Johannes und Jakobus verwandelt. Sein Angesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß wie das Licht.

Aber ich glaube, dass es Jesu Charakter, sein Leben und sein Dienst an den Menschen waren, die Gottes Herrlichkeit genauso zeigten. In 2. Korinther 4,6 schreibt Paulus: „Denn Gott, der gesagt hat: Aus Finsternis wird Licht leuchten! Er ist es, der in unseren Herzen aufgeleuchtet ist zum Lichtglanz der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi.“ Wo findet man Gnade und Wahrheit? Wo sieht man Gottes Herrlichkeit? In Jesu Gesicht. In seinen Augen. In seinem Lächeln. In seinen Worten.

Darin wie er Sünder anschaut: „Als er aber die Volksmengen sah, wurde er innerlich bewegt über sie, weil sie erschöpft und verschmachtet waren wie Schafe, die keinen Hirten haben.“ (Matthäus 9,36) „Und als er ausstieg, sah er eine große Volksmenge, und er wurde innerlich bewegt über sie und heilte ihre Kranken.“ (14,14)

In der Bibel steht nirgendwo, dass Jesus lächelte oder lachte. Aber:

Die Bibel sagt, dass Jesus Gott ist. Und Gott tut beides. Im Segen Aarons, mit dem sie das Volk segnen sollten, heißt es: „Der HERR segne dich und behüte dich! Der HERR lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig! Der HERR erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden!“ (4. Mose 6,24-26) Das ‚leuchtende Angesicht‘ ist nichts anderes, als ein strahlendes Gesicht – ein freudiges Lächeln. Wenn Jesus Gott perfekt wiedergespiegelt hat, dann hat er gelächelt und gestrahlt.

Außerdem sagt die Bibel, dass Jesus vollkommen Mensch ist. Ein Mensch, der nicht lächelt oder lacht ist kein Mensch. Er ist ein Unmensch. Oder ein Roboter…

Jesus weint. Jesus lächelt. Jesus spricht. Jesus lebt. Jesus ist Gott. In diesem Sinne: Frohe Ostern! (Das Wort ‚Ostern‘ kommt übrigens nicht von irgendeiner heidnischen Göttin ‚Ostera‘, sondern von ‚eos’/’eostere‘, was ‚Sonnenaufgang‘ bedeutet. Deswegen heißt der Osten auch Osten, weil da die Sonne aufgeht. Die Christen erinnern sich an die Frauen, die bei Sonnenaufgang zum leeren Grab kamen.) Er ist auferstanden….

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