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Das hier hilft gegen Habsucht.

Einer aus der Volksmenge aber sprach zu ihm: Lehrer, sage meinem Bruder, dass er das Erbe mit mir teile.“ (Lukas 12,13)

Dieser Mann erkannte die Autorität Jesu als Rabbi (Lehrer) an. Er wusste, dass die Menschen auf ihn hörten. Das wollte er ausnutzen. Bei den Juden teilten die Söhne das Erbe unter sich auf, wobei der älteste Bruder einen doppelten Anteil bekam. Was genau in seiner Situation falsch gelaufen war – oder ob überhaupt etwas falsch gelaufen war – ist hier nicht ersichtlich. Aber ganz offensichtlich ging es ihm nicht darum, dass er durch Jesus eine Gottesbeziehung bekommen konnte. Sein Ziel war es, an das Geld zu kommen, das er unbedingt haben wollte. Die Autorität Jesu war für ihn nur ein mögliches Mittel zum Zweck.

Wenn jemand in den Evangelien zu Jesus kommt, und ihn etwas fragt, kann man das eigentlich sehr gut damit vergleichen, wenn heute jemand zu Jesus kommt (im Gebet) und ihn um etwas bittet. Man kann sich also hier jemanden vorstellen, der an die Autorität Jesu appelliert, damit die Erbteilung zu seinen Gunsten ausgeht. Im besten Fall betet er einfach dafür, dass er den Teil abbekommt, der ihm zusteht. Er möchte dieses Geld, und Jesus kann ihm helfen. Denkt er.

Er [Jesus] aber sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich als Richter oder Erbteiler über euch eingesetzt?“ (14)

Jesus lässt ihn abblitzen. Jesus ist nicht doof. Er lässt sich nicht vor diesen Karren spannen. „Das ist nicht meine Aufgabe. Das ist nicht der Platz, den ich in deinem Leben einnehmen, der Dienst, den ich in deinem Leben tun will. Du bittest den Falschen.“

Er sprach aber zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habsucht! Denn auch wenn jemand Überfluss hat, besteht sein Leben nicht aus seiner Habe.“ (15)

Jesus wendet sich den umstehenden Menschen zu, um sie zu lehren. Der Mann wollte Jesus für seine Zwecke nutzen. Jetzt nutzt Jesus den Mann für seine Zwecke: Als Illustration für seine Kurzandacht. Jesus warnt vor Habsucht, also Materialismus und Geldgier. Habsucht ist das ungezügelte Verlangen nach mehr, neueren und besseren Dingen. Paulus trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er schreibt, dass Habsucht Götzendienst ist (Kolosser 3,5). Nach Luthers Definition mache ich etwas zu meinem Gott, indem ich all meine Hoffnungen darauf setze und alles Gute davon erwarte. Wenn ich habsüchtig bin, hoffe ich, dass Glück, Erfüllung, kurz: Leben, durch Geld und Besitz zunehmen. Aber Jesus lehrt: „der Mensch gewinnt sein Leben nicht aus seinem Besitz, auch wenn der noch so groß ist.“ (Gute Nachricht Übersetzung). Geld und materieller Besitz sind nicht die Quelle des Lebens. Um meine Existenz zu erhalten brauche ich keinen Überfluss. Und selbst wenn ich Überfluss habe, kann dieser mein Leben nicht verlängern.

Alle Menschen werden von einem starken Verlangen nach Leben, nach Glück, nach Erfüllung getrieben. Es geht nicht darum, dieses Verlangen abzustellen. Als wäre es geistlich, diesen Wunsch unerfüllt zu lassen. Unser Problem ist nicht „das Streben nach Glück“. Unser Problem ist der falsche Gott. Weil Gott das weiß, sagt er uns als ersten Grundsatz seiner Anleitung zum Glück: „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“

Er sagte aber ein Gleichnis zu ihnen und sprach: Das Land eines reichen Menschen trug viel ein. Und er überlegte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Denn ich habe nicht, wohin ich meine Früchte einsammeln soll. Und er sprach: Dies will ich tun: Ich will meine Scheunen niederreißen und größere bauen und will dahin all mein Korn und meine Güter einsammeln; und ich will zu meiner Seele sagen: Seele, du hast viele Güter liegen auf viele Jahre. Ruhe aus, iss, trink, sei fröhlich! Gott aber sprach zu ihm: Du Tor! In dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Was du aber bereitet hast, für wen wird es sein? So ist, der für sich Schätze sammelt und nicht reich ist im Blick auf Gott.“ (16-21)

Die Sünde des Bauern war nicht sein Reichtum. Es war die Tatsache, dass er seine Sicherheit, seine Erfüllung und seine Freude in seinem Besitz suchte. Deswegen war für ihn viel Besitz = viel Freude, viel Zufriedenheit, viel Ruhe. Sein Scheunenbauen war ein Versuch, sich diese Dinge zu erhalten – zu sichern. Die Scheune war sein Tempel für seinen Gott „Besitz“.

Das Problem mit diesem Gott: er konnte nicht wirklich retten. Deswegen ist er ein falscher Gott, ein falscher Messias. Das wird angesichts des Todes deutlich. Wenn der Tod meine Seele von mir fordert – ist mein Gott dann immer noch da, um mich zu retten? Trägt er mich über die Schwelle des Todes und hinein in die Ewigkeit? Jeder, der das nicht bedenkt, ist (laut Gott) ein Narr. Was für ein Gott ist, das, der mich in der schlimmsten Stunde verlässt?

Ich muss mich fragen, wie ich vor Gott da stehe. Ob ich in seinen Augen ‚reich‘ bin. Was macht einen Menschen reich vor Gott? Was kann ein Mensch besitzen, was ihm nach dem Tod noch bleibt?

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Gottes größtes Geschenk/God’s greatest gift

„Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.“ (Lukas 11,13)

Das will sagen: Die Gabe Gottes ist Gott selbst. Das „Gute“, das er uns schenkt, ist er selber. An dieser Stelle wird überraschend sichtbar, worum es im Beten wirklich geht: nicht um dies oder das, sondern dass Gott sich uns schenken will – das ist die Gabe aller Gaben, das „allein Notwendige“. Das Gebet ist ein Weg, um allmählich unsere Wünsche zu reinigen, zu korrigieren, und langsam zu erkennen, was uns wirklich nottut: Gott und sein Geist.

„If now you, being evil, know how to give good gifts to your children, how much more will your heavenly father give the Holy Spirit to those who ask him.“ (Luke 11:13)

This is saying: the gift of God is God himself. The „good“ that he gives us is he himself. In this passage it becomes surprisingly obvious what prayer is all about: not about this or that, but that God wants to give himself to us. That is the gift of all gifts, the „only thing that this needed“. Prayer is a way to slowly purify and correct our desires, and to realize step by step what we truely need: God and his Spirit.

(Jesus von Nazareth, Papst Benedikt XVI; Jesus of Nazareth, Pope Benedict XVI)

Das hier hilft gegen Menschenfurcht.

Gottes Allmacht – seine Hand

Ich sage aber euch, meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und nach diesem nichts weiter zu tun vermögen! Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der nach dem Töten Macht hat, in die Hölle zu werfen; ja, sage ich euch, diesen fürchtet!“ (Lukas 12,4-5)

Die Bibel lehrt uns, dass die menschliche Existenz nicht mit dem körperlichen Tod endet. Die Macht des Menschen, einem anderen etwas anzutun, ist aber auf dieses Leben, und auf diesen Körper begrenzt. Was Menschen dir antun können, ist klar eingeschränkt. Dieses Argument von Jesus basiert auf dem Glauben, dass das Leben nach dem Tod viel wichtiger ist als das Leben jetzt, und dass die Seele wichtiger ist als der Körper. Würde das nicht stimmen, wären diese Worte kein Trost. Gottes Machtbereich erstreckt sich über den Tod hinaus. Das Leben nach dem Tod, und damit das Schicksal der Seele des Menschen, liegt völlig in seiner Hand. Darin liegt für diejenigen, die Jesus Freunde nennt, eine große Sicherheit. Gottes Allmacht bedeutet, dass es für ihn kein leicht und schwer gibt. Ihm ist alles möglich. Er steht über Allem.

Gottes Allwissenheit – seine Gedanken

Werden nicht fünf Sperlinge für zwei Pfennig verkauft? Und nicht einer von ihnen ist vor Gott vergessen. Aber selbst die Haare eures Hauptes sind alle gezählt.“ (6-7a)

Gott weiß absolut alles. Er vergisst nichts. Er übersieht nichts. Genauso, wie seine Allmacht bedeutet, dass es für ihn keinen Unterschied zwischen ‚leicht‘ und ’schwer‘ gibt, bedeutet seine Allwissenheit, dass es für ihn keinen Unterschied zwischen unwichtigen Details und wichtigen, ‚großen‘ Informationen gibt. Wir müssen diese Abstufung machen, weil wir nicht alles wissen können. Wir brauchen eine Prioritätenliste. Gott nicht. Alles ist gleichermaßen präsent in seinen Gedanken.

Gottes Liebe – sein Herz

Ich sage aber euch, meinen Freunden: (…) Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr als viele Sperlinge.“ (4a und 7b)

Wegen seiner Allmacht gibt es für Gott keinen Unterschied zwischen leicht und schwer. Wegen seiner Allwissenheit gibt es für ihn keinen Unterschied zwischen unwichtig und wichtig. Aber: Wegen seiner Liebe gibt es für ihn einen Unterschied zwischen Spatzen und Menschen. Diesem allmächtigen Gott, der die Seele in die Hölle werfen kann, diesem allwissenden Gott, der weiß, wie viele Haare ich auf dem Kopf habe, diesem Gott bin ich nicht egal. Ich bin ihm wichtig und wertvoll. Er liebt mich, denn ich bin Jesu Freund.

Gottesfurcht

Fürchtet den“ (5)

Das alles zu wissen reicht nicht aus. Ich muss es ernst nehmen. So ernst, dass die Furcht vor den Menschen kleiner wird und an Macht über mich verliert. Gott zu fürchten heißt ihn ernster zu nehmen als alles Andere und als alle Anderen. Was er kann, ist wichtiger; was er denkt, ist wichtiger; was er fühlt, ist wichtiger. Gottesfurcht sagt: Gottes Macht, Gottes Gedanken und Gottes Gefühle sind wichtiger als was Menschen mir antun könnten, über mich wissen (oder nicht wissen), für mich empfinden (oder nicht empfinden). Gott ist größer und stärker, mächtiger, weiser und schlauer. Und er liebt mich.

Was sollen wir nun hierzu sagen? Wenn Gott für uns ist, wer gegen uns? Er, der doch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat: wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken?“ (Römer 8,31-32)

Das beste Mittel gegen Menschenfurcht ist Gottesfurcht.“ (Spurgeon)

Die Menschen zu fürchten ist eine gefährliche Falle, wer aber auf den Herrn vertraut, lebt unter seinem Schutz.“ (Sprüche 29,25; NL)

Auf Gott vertraue ich, ich werde mich nicht fürchten; was kann ein Mensch mir tun?“ (Psalm 56,12)

Der HERR ist für mich, ich werde mich nicht fürchten. Was könnte ein Mensch mir tun?“ (Psalm 118,6)

Das hier hilft gegen Heuchelei.

Als sich unterdessen viele Tausende der Volksmenge versammelt hatten, so dass sie einander traten, fing er an, zuerst zu seinen Jüngern zu sagen: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei.“ (Lukas 12,1)

Jesus war es wichtig, dass seine Jünger im Umgang mit den Menschen authentisch waren. Heuchelei ist Schauspielerei. Jesus bezeichnet Heuchelei als Sauerteig, d. h., es bleibt nie einfach bei einem bisschen Heuchelei. Sobald man anfängt zu heucheln, durchdringt die Heuchelei nach und nach das ganze Leben. Sie wirkt sich auf unser ganzes Leben aus. Eine Lüge führt zur nächsten. Es fällt immer leichter, die mühsam errichtete Fassade aufrecht zu erhalten, anstatt sie einzureißen. Beim Heucheln gibt man vor, dass zu sein, was man (der eigenen Meinung nach) vor Gott sein sollte und vor Menschen sein möchte. Die große Gefahr entsteht, wenn andere Menschen etwas in uns sehen, was uns schmeichelt. Dann ist die Versuchung groß, dem Anderen die Illusion über mich zu lassen – so hat der Andere was zum Bestaunen, und ich fühle mich toll.

Es ist aber nichts verdeckt, was nicht aufgedeckt, und nichts verborgen, was nicht erkannt werden wird; deswegen wird alles, was ihr in der Finsternis gesprochen haben werdet, im Licht gehört werden, und was ihr ins Ohr gesprochen haben werdet in den Kammern, wird auf den Dächern ausgerufen werden.“ (2-3)

Jesus kündigt an, dass es dauerhaft sowieso nicht geheim bleiben kann, wer wir wirklich sind. Es wird den Tag des Lichts geben, an dem alles aufgedeckt werden wird. Das zu wissen, beunruhigt den Heuchler in mir. Es soll mich in meiner Schauspielerei unsicher machen und dazu bringen, die Fassade abzubauen. Das Schlimmste ist, wenn jemand vergessen hat, wer er wirklich ist, und sich völlig mit dieser selbstgemachten Fassade identifiziert. Wenn er seine eigenen Lügen glaubt. Jesu Warnung soll uns davor bewahren, indem er ankündigt, dass unsere Hochstapelei eines Tages auffliegen wird.

Müssen wir dazu warten, bis wir vor Gott stehen werden? Nein: „Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und durchdringend bis zur scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens; und kein Geschöpf ist vor ihm unsichtbar, sondern alles bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, mit dem wir es zu tun haben.“ (Hebräer 4,12-13) Gottes Licht scheint schon jetzt durch sein Wort in unser Leben! Er macht den schönen Schein kaputt, die Fassade zerfällt zu Staub, und wir fühlen uns ertappt, überführt, bloßgestellt. Er konfrontiert uns mit der harten, hässlichen Realität. Ich muss mich jetzt dem Wort Gottes aussetzen, mich mit meiner Nacktheit konfrontieren lassen, damit ich mich nach dem ‚Gewand seiner Gerechtigkeit‘ ausstrecke, das er mir mit ausgestreckter Hand entgegenhält. Seit dem Sündenfall können wir unsere Nacktheit nicht ertragen. Wir versuchen sie, mit unserer Heuchelei wie mit einem Feigenblatt notdürftig zu bedecken. Weil das nicht ausreicht, verstecken wir uns vor Gott. Durch sein Wort geht Gott uns nach, sucht er uns. Er ruft uns raus aus unserem Versteck hinter unserer Fassade, und bietet uns die reinen, weißen Leinentücher seiner Gerechtigkeit an.

Wie lässt sich der Sauerteig der Heuchelei aufhalten? Durch das Salz des Evangeliums. Gottes Botschaft, dass er allen Menschen diese Gerechtigkeit anbietet, bewirkt folgende Dinge in uns:

  1. Ich realisiere, dass die wichtigste Beziehung der Welt die zwischen mir und Gott ist. Gott sieht alles, er weiß alles über mich. Was denkt er über mich? Er gab sich selbst, um meine Nacktheit mit seiner Gerechtigkeit zu bedecken. Jetzt bin ich ‚angenommen in dem Geliebten‘ (Jesus). In Christus bin ich alles, was ich sein sollte und was ich sein will. Das ist seine rechtfertigende Liebe.
  2. Damit fällt das, was andere Menschen über mich denken, auf der Prioritätenliste auf Platz zwei. Und das bedeutet Freiheit! Ich muss nicht mehr leben, um Menschen zu gefallen. Ich kann Gottes Liebe mein Leben bestimmen lassen! Paulus schreibt „Suchte ich noch Menschen zu gefallen, so wäre ich Christi Knecht nicht.“ (Galater 1,10)

Das Evangelium von der annehmenden Liebe Gottes durch Jesus Christus stoppt die zersetzende Wirkung der Heuchelei in meinem Leben. Und ich bin frei.

In the world – not of it

Fine quote from Archbishop Charles Chaput:

„For forty years, Catholics have heard a steady chorus of how we need to be open to the world, learn from the world, honor the good things in the world, and be more humble in our approach to the world. All of this is true. God created the world, and He loves it, and He sent His only Son to redeem it.
But at the same time, God wills that the world should be converted and sanctified, not worshiped. In his Gospel, Saint John describes the “world” as everything that is aligned against God. Jesus shed His blood on the cross because that was the price of redeeming the world—from its sins and our sins. The cross was real. Christ’s suffering was real. And if the world isn’t a holier place today than yesterday, it’s because we Catholics have chosen the unreality of the world and its distractions over the reality of the cross.
We’ve assimilated. We’ve been too comfortable and accommodating. We’ve listened to the world too politely when it lies about abortion, or contraception, or divorce, or the death penalty, or our obligations to the poor, or the rights of undocumented workers, or the real meaning of pluralism, or our international responsibilities—and we haven’t shouted out the truth.
The world is a powerful and attractive teacher, but while it can often give us what we want, it can’t give us what we need. We need God.“

(from ‚The Church as Mother and Teacher‘)

Protestant Catholic

A brilliant insight from Helmut Richard Niebuhr (American Christian Ethicist and Theologians; 1894-1962) concerning the interdependence of Catholicism and Protestantism:

„The Church is protestant and catholic. This is not only to say that there is much historic Protestantism in those institutions called Catholic churches, and much historic Catholicism in the institutions called Protestant. It is also to say that the principle of protest against every tendency to confuse the symbol with what it symbolizes and the subject with the object, is a constituent element in the being of the community, even apart from the institutional organizations. The Church as the people of God, whether under the Old or the New Covenants, is always the party of protest against religion in the religious human world. It protests against every effort to bring the Infinite into the finite, the transcendent into the immanent, the Eternal into the temporal. The only finite symbol of God it tolerates is the symbol of emptiness—the empty Holy of Holies, the empty tomb. But protest has no meaning apart from what is protested against. The Church cannot be protestant without being catholic. The principle of catholicity—as the principle of incarnation rather than the principle of universality—is as much an ingredient of churchliness as is the principle of protest. Unless the Infinite is represented in finite form, unless the Word becomes flesh over and over again, though only as oral preaching, unless the risen Christ manifests himself in the visible forms of individual saintliness and communal authority there is no human relation to the Infinite and Transcendent. Negative and positive movements—the one in rejection of all that is little because God is great, the other in affirmation of the apparently insignificant because God is its creator, redeemer and inspirer; the one away from the world that is not God, the other toward the world of which he is Lord— must both be represented where the Church exists.“

Schöpfungsglaube und Naturwissenschaft

Besonders in Amerika tobt der Kampf zwischen Kreationisten und Evolutionisten. Ich finde es wichtig, dass wir als Christen hier in Deutschland mit diesem Thema etwas anders umgehen. Versöhnlichere Töne und eine differenzierte, intelligente Haltung würden helfen, unnötige Barrieren für das Evangelium abzubauen. Der englische Theologe und Molekularbiologe Alister McGrath schreibt:

„Wir [Christen] brauchen eine geduldige, großherzige und gnädige Betrachtung dieser großen Themen.“

Die Frage ‚Woher komme ich?‘ bzw. ‚Woher kommt das Universum?‘ ist – nicht nur wissenschaftlich, sondern auch philosophisch – eine der großen Fragen der Menschheit. Die möglichen Antworten darauf kommen aus zwei Bereichen: der Naturwissenschaften und der Religion/des Glaubens.

Die Naturwissenschaft. Die Naturwissenschaften beantworten die Frage nach dem Ursprung des Universums generell gesprochen mit der Urknalltheorie. Theorien sind dazu da, Abläufe und Vorgänge in der Natur erklären zu können (die Erdanziehungskraft ist z. B. auch eine Theorie). Diese Art von Antwort ist natürlich eher ‚technisch‘, Begründer der Urknalltheorie war ein französischer Theologe, Priester und Physiker.

„Der Urknall bezeichnet keine „Explosion“ in einem bestehenden Raum, sondern die gemeinsame Entstehung von Materie, Raum und Zeit aus einer ursprünglichen Singularität.“ (wikipedia.de) Das heißt, unser Universum (und mit ihm die drei Komponenten Materie, Raum und Zeit) hat einen bestimmten, nicht definierbaren, nicht erforschbaren Anfangspunkt. Man kommt zu dieser Annahme, weil sich das Universum ausdehnt und abkühlt.

„Allerdings bleibt in diesem Modell offen, was vor dem Urknall war und wodurch er verursacht wurde. Zeit, Raum und Materie sind jedoch gemäß der Urknalltheorie erst mit dem Urknall entstanden. Dadurch wird der Frage nach dem „davor“ die Grundlage entzogen, denn einen Raum, in dem etwas hätte stattfinden können, gab es vor dem Urknall (per Definition) nicht. Hinzu kommt, dass ein Zeitpunkt vor dem Urknall rein physikalisch auch nicht definierbar ist.“ (wikipedia.de) Ob das Universum unendlich ist oder nicht – damit können sich Astrophysiker und Relativitätstheoretiker rumschlagen…

Das Leben entstand laut dieser Theorie durch chemische Verbindungen/Reaktionen und entwickelte sich dann durch Mutation/Anpassung weiter. Schlüssel zum Verständnis dieser Abläufe ist Darwins Evolutionstheorie: „(1) Die Lebewesen produzieren viel mehr Nachkommen als die Natur ernähren kann. (2) Zwischen den Nachkommen gibt es kleine vererbbare Unterschiede. (3) Manche Unterschiede verbessern die Überlebenschancen, andere verschlechtern sie. (4) Von den Nachkommen mit verbesserten Eigenschaften überleben mehr als von den anderen (’natural selection’). (5) Dadurch entstehen allmählich neue Arten.“ (Kommentar von Peter Dörfler auf http://dasmagazin.ch/index.php/was-darwin-wirklich-meinte/)

Die Religion. Uns geht es ja darum, welche Inhalte für den christlichen Glauben zentral/grundlegend sind. Deswegen befassen wir uns mit dem, was die Bibel zu dem Thema sagt. Wie ihr wahrscheinlich wisst, beginnt die Bibel mit einer Schöpfungsgeschichte. Woher kommt das Universum? „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde…“ Der Gott der Bibel erschuf das Universum aus dem Nichts: „Durch den Glauben verstehen wir, dass die Welt auf Gottes Befehl hin entstand und dass alles, was wir jetzt sehen, aus dem entstanden ist, was man nicht sieht.“ (Hebräer 11,3; NL) D. h., das für uns sichtbare und erforschbare Universum hat seinen Ursprung in einer geistlichen, unsichtbaren Realität – in Gott selbst.

Die Schöpfunggeschichte ist genau genommen ein sogenannter Schöpfungsmythos. Wenn wir ‚Mythos‘ hören, denken wir einfach nur an eine erfundene Geschichte. Aber ‚Schöpfungsmythos‘ ist eine Textgattung. „Ein Mythos ist eine antike, prämoderne, vorwissenschaftliche Möglichkeit, Fragen nach dem ersten Anfängen und deren Bedeutung in Form von Geschichten zu beantworten.“ (Peter Enns) Seit Anbeginn der Menschheit, auf jedem Kontinent und in einem Großteil der alten Religionen findet sich ein Schöpfungsmythos. Christen glauben, dass dieser jüdische Schöpfungsmythos von Gott inspiriert ist, d. h. Gott will uns durch diese Geschichte etwas über den Anfang aller Dinge offenbaren.

Damit geht die Fragerei allerdings erst los. Und es geht hier nicht um die Autorität der Bibel als Gottes inspiriertes Wort. Es geht darum, wie dieses inspirierte Wort Gottes interpretiert werden soll. Wie will die Bibel verstanden werden? Und da gibt es verschiedene Sichtweisen:

Kreationismus: biblischer Schöpfungsmythos wird als wissenschaftlicher Bericht und der Schöpfungsglaube als wissenschaftliche Sichtweise verstanden. Dabei muss man unterteilen:

Junge Erde: Schöpfung in sechs Tagen, alles so erschaffen, wie es heute ist (wörtliches Bibelverständnis, fundamentalistisch) – wird von der Wissenschaft als unseriös abgetan. Der Glaube an eine 6000-10.000 Jahre alte Erde geht auf die Berechnungen eines irischen Erzbischofs zurück (James Ussher, Mitte 17. Jahrhundert). Laut seinem Bibelverständnis schuf Gott die Erde am Abend des 22. Oktober, 4004 v. Chr. – errechnet aus den Stammbäumen der Bibel.

Alte Erde: sechs Tage symbolisch für längere Zeiträume; Gap-Theory; Erde alt, Gott schuf in sechs Tagen den Lebensraum für Mensch und Tier, so wie den Menschen

„Intelligent Design“: Kreationismus wird in Amerika als Intelligent Design ‚verkauft‘. ID hat den Ansatz, dass man aus der Naturwissenschaft auf einen Schöpfer schließen muss. Man nimmt also nicht die Theologie (z. B. die Bibel) als Ausgangspunkt, sondern wissenschaftliche Beobachtungen. Gott wird nicht als eigentliche Ursache, sondern als wissenschaftliche Erklärung gelehrt. Problematisch: zu sagen, ‚Gott hat das Universum geschaffen‘ kann keine wissenschaftliche Aussage sein. Denn die Wissenschaft befasst sich mit dem Begründbaren, in Versuchen Nachprüfbaren. Auch wenn Religion und Wissenschaft voneinander lernen können, sind sie doch nicht das Selbe (Glaube ist keine Wissenschaft – Wissenschaft ist kein Glaube).

Theistische Evolution: Glaube an Gott als Schöpfer als Ausgangspunkt; aber: Gott schuf durch Evolution, d. h., er gebrauchte die natürliche Auslese, um die verschiedenen Arten entstehen zu lassen. (Beispiel: die BioLogos Foundation)

Wie schon gesagt: diese verschiedenen Sichtweisen existieren unter Christen, welche an die Inspiration der Bibel glauben. Die große Frage ist: Wie versteht die Bibel? Die Bibel ist im christlichen Glauben die inspirierte Offenbarung Gottes. Sie ist sehr vielfältig und enthält sehr viele unterschiedliche Textarten und Stilmittel. Dazu gehört z. B. auch Poesie. Deswegen ist es schwierig zu sagen, dass man die Bibel immer wörtlich verstehen/interpretieren muss. Die Bibel ist nicht als wissenschaftliches Buch geschrieben. Sie ist in erster Linie ein theologisches Buch. (Beispiel: Jesu Aussage in Matthäus 13,31-32; Senfkorn kleinster Same)

Der Glaube an einen Junge-Erde-Kreationismus wie er heute bei Evangelikalen Christen so weit verbreitet ist, ist eigentlich erst seit 50 Jahren so populär. Vorher hatten viele fromme Christen weniger ein Problem damit, dass die Erde auch so alt sein könnte, wie die Wissenschaft es sagt (ca. 14 Milliarden Jahre). Darwins Evolutionstheorie hat deswegen die Christen gar nicht so in ihren Grundfesten erschüttert, wie man vielleicht meinen würde.

Dass diese Form des Kreationismus so viele eifrige Verfechter hat – diese Sichtweise wird als einzige Option für einen konservativen, bibeltreuen Christen dargestellt – liegt vielleicht einfach an den zwei Lagern, die sich innerhalb der letzten 100 Jahre in einem theologischen Streit gebildet und gefestigt haben: liberal und fundamentalistisch/konservativ. Es wird von beiden Seiten viel polarisiert, d.h., man tut so, als könnte man nur das eine oder das andere sein. Als würden sich beide Seiten immer gegenseitig ausschließen.

Aber: Tatsache ist, dass der Junge-Erde-Kreationismus nicht die einzige Option für einen bibelgläubigen und bibeltreuen Christen ist. Für uns vielleicht überraschend, haben viele der ganz großen Theologen das auch verstanden:

„Ich frage mich, welcher intelligente Mensch die Vorstellung für vernünftig hält, dass der erste, zweite und dritte Tag, an dem es schon Morgen und Abend gab, ohne Sonne, Mond und Sterne existiert haben sollen? Ja, am ersten Tag gab es noch nicht mal einen Himmel! […] Ich denke nicht, dass irgendjemand bezweifelt, dass es sich hier um bildliche Ausdrücke handelt, die durch eine Ähnlichkeit in der Geschichte bestimmte Geheimnisse andeuten.“ (Origenes; Kirchenvater, Theologe, 185-254 n. Chr.)

„Vielleicht spricht die Heilige Schrift wie üblich innerhalb der Begrenzungen der menschlichen Sprache, und wendet sich an Menschen mit eingeschränktem Wissen. […] Der Bericht des inspirierten Autors bringt das Thema auf für Kinder verständliche Art herab.“ (Augustinus; Kirchenvater, Theologe, Philosoph, 354-430 n. Chr.)

„Der inspirierte Schreiber dieser Geschichte [1. Mose] … [schrieb] zuerst für die Juden. Da er die Schriften für eine Gemeinde anpasste, die sich noch im Säuglingsstadium befand, beschreibt er die Dinge gemäß ihrer äußerlichen, wahrnehmbaren Erscheinungen, damit wir – durch weitere Entdeckungen durch das göttliche Licht – dahin geleitet werden, die Geheimnisse zu verstehen, die sich darunter verborgen halten.“ (John Wesley; Prediger, Theologe, 18. Jahrhundert)

Ich glaube, dass es beim Schöpfungsglauben vor Allem um den Glauben an Gott als Ursache und Ursprung aller Dinge, aller Wesen und allen Lebens geht. Er entschied sich dazu, alles zu erschaffen, was existiert. Das ist bei diesem Thema der zentrale Punkt.

Was der Schöpfungsbericht uns lehrt:

Das Universum ist eine Schöpfung Gottes. Alle Ordnung, alle Lebenskreisläufe und alle Vielfalt haben ihren Ursprung in Gott. Seine Schöpfung ist Ausdruck seiner Ordnung (kosmos), seiner Kreativität, Schönheit und Größe. Er ist ein Künstler, Ingenieur und Dirigent.

Die Reihenfolge im Schöpfungsbericht zeigt uns, dass der Mensch im Zentrum von Gottes Schöpfung steht. Die Umwelt ist wichtig. Pflanzen sind wichtig. Tiere sind wichtig. Aber der Mensch ist wichtiger. Er ist allein im Ebenbild Gottes geschaffen – als Person mit Willen, Emotionen und Verstand.

Gottes ursprünglicher Plan ist eine Harmonie zwischen dem Menschen und seiner Umwelt und zwischen Mann und Frau.

Der Mensch hat die Aufgabe, dass zu tun, was er als einziger tun kann: die Verantwortung für diesen Planeten tragen.

Was der Schöpfungsbericht uns predigt:

Mit allem, was wir über Gott durch Offenbarung wissen, kommt auch eine entsprechende Verantwortung.

„Doch vom Himmel her wird Gottes Zorn sichtbar über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit ablehnen. Dabei wissen sie von Gott; Gott selbst hat ihnen diese Erkenntnis gegeben. Seit Erschaffung der Welt haben die Menschen die Erde und den Himmel und alles gesehen, was Gott erschaffen hat, und können daran ihn, den unsichtbaren Gott, in seiner ewigen Macht und seinem göttlichen Wesen klar erkennen. Deshalb haben sie keine Entschuldigung dafür, von Gott nichts gewusst zu haben. Obwohl sie von Gott wussten, wollten sie ihn nicht als Gott verehren oder ihm danken. Stattdessen fingen sie an, sich unsinnige Vorstellungen von Gott zu machen, und ihr Verstand verfinsterte sich und wurde verwirrt. Sie behaupteten, weise zu sein, und wurden dabei zu Narren. Statt den herrlichen, ewigen Gott anzubeten, beteten sie Götzenbilder an, die vergängliche Menschen darstellten, oder Vögel, Tiere und Schlangen. (Römer 1,18-23; NL)

Für Paulus war es logisch, dass ein materielles Universum einen immateriellen Ursprung in einem persönlichen, unsichtbaren, ewigen Schöpfergott haben muss. Dieses Wissen hat jeder Mensch von Natur aus mitbekommen, es ist intuitiv. Und weil ich das weiß, müsste mir auch bewusst sein, dass es nicht nur unlogisch, sondern falsch ist, etwas Erschaffenes anzubeten anstatt den Schöpfer.

Letztendlich gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder bete ich Gott, den Schöpfer an, oder irgendetwas Erschaffenes. Das nennt man Götzendienst, und dafür gibt es – wegen der Schöpfung – keine Entschuldigung.

Nur die Anbetung des ewigen, unsichtbaren, allmächtigen Vaters aller Dinge macht wirklich Sinn. Das predigt uns die Schöpfung.

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